Ärzte Zeitung, 04.10.2012

Griechenland

BMG hilft bei Klinik-Fallpauschalen

BERLIN (fst). Das Bundesgesundheitsministerium berät die griechische Regierung bei der Umsetzung eines landesweiten DRG-Systems in Krankenhäusern.

Ein Fallpauschalen-System böte im Vergleich zur Abrechnung nach Behandlungstagen oder Einzelleistungen "erhebliche Vorteile".

Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kosten für die Behandlung stationärer Patienten würden untereinander vergleichbar.

Dies helfe, knappe Ressourcen an der richtigen Stelle zu investieren, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Links-Fraktion im Bundestag.

Reform der Arzneimittelversorgung vorgeschlagen

Im April dieses Jahres hat das BMG auf Seiten der EU die Federführung beim Umbau des griechischen Gesundheitssystems übernommen.

Dieses hat nach Ansicht des BMG "einige Defizite": Es fehlten "effektive Kostensteuerung" und "wettbewerbliche Elemente", regionale Qualitätsunterschiede seien groß, das medizinische Personal unterbezahlt.

Auf der Agenda der Berater stehen auch Vorschläge zur Reform der Arzneimittelversorgung in Griechenland.

Nach Zahlen der OECD geben die Griechen 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Arzneimittel aus, in Deutschland sind es 1,7 Prozent. Sie müssen ein Viertel der Kosten für ihre Medikamente selbst zahlen.

Allerdings fehle es in Griechenland an validen offiziellen Zahlen über die Ausgaben in verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens, bemerkt das Ministerium.

Linke rügt

Der Linksabgeordnete Harald Weinberg hält die Prioritätensetzung der Berater für falsch: "Anstatt das Engagement darauf zu richten, die humanitäre Katastrophe abzuwenden, brüstet sich die Bundesregierung damit, das System der Krankenhausfallpauschalen nach Griechenland zu exportieren."

Dabei seien die Vorteile des DRG-Systems "noch nicht einmal für Deutschland nachgewiesen".

Seit September geben die Apotheken in Griechenland verschriebene Medikamente an gesetzlich Krankenversicherte nur noch gegen Barzahlung ab.

Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, verliert dort seine Krankenversicherung, berichtet das BMG.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ob Land oder Kleinstadt – ohne Arzt läuft’s nicht

Menschen in ländlichen Regionen fühlen sich zunehmend abgehängt von guter medizinischer Versorgung, so eine aktuelle Umfrage. Eine Initiative der AOK will das nun ändern. mehr »

Neu aufgetretene Migräne bei Älteren ist ein Warnsignal!

Patienten, die erst nach dem 50. Lebensjahr eine Migräne mit Aura entwickeln, haben offenbar ein signifikant erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ursache könnten (Mikro-)Embolien sein. mehr »

Diabetes geht auch auf die Knochen

Auch wenn Diabetiker häufig Probleme mit Knochen und Gelenken haben, besteht meist kein kausaler Zusammenhang. Doch es gibt seltene ossäre Erkrankungen, die durch die Stoffwechselerkrankung verursacht werden. mehr »