Ärzte Zeitung, 07.11.2016
 

Reiche Länder

Zu viele arme Kinder

HAMBURG. Im Kampf gegen die Kinderarmut erntet Deutschland zwar oft Kritik. Dennoch sind hierzulande relativ weniger Kinder arm als in den Vereinigten Staaten.

Auf diese Zusammenhänge hat Professor Benard P. Dreyer, Präsident der 54.000 Mitglieder starken American Academy of Pediatrics, bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) in Hamburg hingewiesen. So liegt der Anteil der Kinderarmut in Deutschland bei 15 Prozent, in den USA jedoch bei über 20 Prozent. Dagegen müsse in deutlich ärmeren Ländern wie der Slowakei oder Ungarn lediglich jedes zehnte Kind in Armut leben.

Auch bei der "child deprivation" schneidet Deutschland nicht gut ab. Bei neun Prozent aller Kinder würden mindestens zwei Grundbedürfnisse nicht erfüllt, die Kinder vor der Armut und sozialer Ausgrenzung bewahren. In Schweden trifft dies nur für 1,3 Prozent und in Irland gar nur für 0,9 Prozent aller Kinder zu.

Diese Rate sollte in allen reichen Ländern der Welt "in jedem Fall unter fünf, besser unter zwei Prozent liegen", forderte Dreyer in Hamburg. Die Politik könne dagegen "wirksam etwas tun", weil entsprechende Programme für speziell in Armut lebende Kinder durchaus erfolgreich seien. (ras)

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