Ärzte Zeitung online, 09.02.2018

EU-Kommission

Österreich – Versorgung auf hohem Niveau attestiert

BRÜSSEL/WIEN. Die EU-Kommission attestiert Österreich aus Patientensicht eine gute Versorgung. Wie es im österreichischen Länderprofil Gesundheit 2017 der Kommission heißt, gewährleiste das Gesundheitssystem der Alpenrepublik einen niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Der Anteil der Bevölkerung, der auf eine medizinische Untersuchung oder Behandlung aus finanziellen Gründen, aufgrund von Wartzeiten oder wegen langer Anfahrtswege verzichte, sei der geringste in der EU und weise nur sehr kleine Unterschiede zwischen den Einkommensquintilen auf.

Das Gesundheitssystem biete eine nahezu flächendeckende Abdeckung: 99,9 Prozent der österreichischen Bevölkerung seien 2015 durch die gesetzliche Krankenversicherung gegen das finanzielle Risiko bei Erkrankung abgesichert gewesen.

Dies umfasse beitragsfrei mitversicherte Angehörige sowie Personen mit Wohnsitz in Österreich, die nicht von der Pflichtversicherung erfasst würden, sich aber freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung selbst versicherten. "Das Leistungsspektrum der österreichischen gesetzlichen Krankenversicherung ist breit und deckt den Großteil des üblichen medizinischen Bedarfs ab", so das Urteil der EU-Kommission.

Wermutstropfen für Austria: Das österreichische Gesundheitssystem ist laut Kommission relativ teuer. Ungefähr 3 800 Euro seien 2015 pro Kopf kaufkraftbereinigt für die Gesundheitsversorgung ausgegeben worden – rund 1000 Euro mehr als im EU-Durchschnitt. Es wird prognostiziert, dass die Gesundheitsausgaben Österreichs in den nächsten Jahrzehnten erheblich anwachsen werden. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »