Ärzte Zeitung online, 28.05.2018

Abtreibungs-Votum in Irland

Regierung will rasch Abtreibungsgesetzentwurf vorlegen

DUBLIN. Die Regierung in Dublin will nach dem klaren Votum der Iren für eine Legalisierung von Abtreibungen rasch ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen. Das sagte der irische Gesundheitsminister Simon Harris am Montag der "Irish Times" zufolge.

Bereits an diesem Dienstag wolle er Zustimmung des Kabinetts für die Erarbeitung eines Gesetzentwurfs einholen. Im Herbst könnte das Gesetz dann im Parlament verabschiedet werden.

Die Iren hatten am Freitag mit Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Verfassungsänderung gestimmt, die es dem Parlament erlaubt, Regelungen für eine legale Abtreibung zu schaffen. Geplant ist, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche legalisiert werden sollen, bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter sogar darüber hinaus.

Bislang gilt in Irland ein äußerst striktes Verbot, das Abtreibungen so gut wie unmöglich macht.

Das Votum in Irland hat auch im angrenzenden britischen Landesteil Nordirland Forderungen nach einer Lockerung des Abtreibungsverbots laut werden lassen. Auch dort sind Abtreibungen durch die strengen Bedingungen kaum möglich. Da das Regionalparlament in Belfast wegen einer andauernden Regierungskrise nicht zusammentreten kann, fordern britische Abgeordnete eine Lockerung des Verbots von London aus oder ein Abtreibungsreferendum in Nordirland.

Die britische Premierministerin Theresa May lehne das aber ab, berichtete der "Guardian" unter Berufung auf Regierungsquellen. May ist mit ihrer Minderheitsregierung auf die Stimmen der Abtreibungsgegner aus der protestantisch-nordirischen DUP (Democratic Unionist Party) angewiesen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »