Ärzte Zeitung, 06.01.2010

Kassenriese lehnt schwarz-gelbe Reformpläne ab

Barmer GEK: Gesundheitsprämie ist unfinanzierbar

BERLIN (hom). Vertreter von Deutschlands größter Krankenkasse, der Barmer GEK, haben Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) aufgefordert, seine Pläne für eine vom Einkommen unabhängige Kopfpauschale fallen zu lassen.

Kassenriese lehnt schwarz-gelbe Reformpläne ab

Birgit Fischer, die Chefin der Barmer GEK.

Foto: © di / Archiv Ärzte Zeitung

"Die Kopfpauschale ist unfinanzierbar und ungerecht", sagte die Barmer GEK-Chefin Birgit Fischer am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Die aus der Fusion von Barmer und Gmünder Ersatzkasse (GEK) hervorgegangene Krankenkasse vertritt rund 8,5 Millionen Versicherte.

Die von der FDP geplante Prämie koste den Steuerzahler mindestens 20 Milliarden Euro zusätzlich zu den bereits beschlossenen Steuersubventionen von 15 Milliarden Euro. Außerdem würden 60 Prozent der Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung zu Sozialausgleichsempfängern degradiert, so Fischer. Die Koalition springe zu kurz, wenn sie nur die Finanzierungsfrage betrachte, ohne gleichzeitig die Versorgung der Patienten zu verbessern.

Der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer GEK, Holger Langkutsch, bezeichnete die Kopfpauschale als ein "Bürokratiemonster". Bei deren Umsetzung würden "Millionen von Euro" würden verbrannt und letztlich der Versorgung entzogen, so Langkutsch.

Gesundheitsminister Rösler bekräftigte dagegen seine Absicht, in der GKV eine vom Einkommen unabhängige Pauschale einzuführen. Der Einstieg werde jedoch in "kleinen Schritten" beginnen, sagte Rösler der "Frankfurter Rundschau".

Lesen Sie dazu auch:
Kassen wollen nicht länger nur Payer sein

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Das Jahr der harten Wahrheiten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[06.01.2010, 19:23:39]
Ulrich Hammerschmidt 
Wirtschaftlichkeitsreserven: Managergehälter!
seit wann ist denn die Vorsitzende einer kranken Kasse berechtigt sich in Finanzangelegenheiten des Staates zu mischen?
Soll sich mal um ihre Kasse und deren Ausgabenmanagement kümmern! Da sind in der Kasse noch jede Menge Wirschaftlichkeitsreserven zu heben, besonders jetzt nach der Fusion. Weiß doch jeder dass das Kosten spart.
Soll mit gutem Beispiel vorangehen und soll mal auf einen Teil ihres Angestellteneinkommens von mind. 200 000,-€ verzichten.(ohne jedes wirtschaftl. Risiko)
Vor allem bevor sie davon träumt die Ärzte weiter zu versklaven! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »