Ärzte Zeitung, 08.06.2010

Zahl der Frühchen soll im Nordosten gesenkt werden

NEUBRANDENBURG (di). Mit dem Vorsorgekonzept "Willkommen Baby" soll die zuletzt steigende Frühgeburtenrate im Nordosten wieder gesenkt werden. Jeder zweite Frauenarzt im Land beteiligt sich.

"Jedes Frühchen, das zur Welt kommt, ist für die Mutter und die gesamte Familie eine große Herausforderung. Deshalb erhalten schwangere Versicherte ein Vorsorgepaket, das sonst nur Privatpatienten zusteht", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Vertragschefin Sabine Hansen.

In Mecklenburg-Vorpommern kamen allein im Jahr 2008 von rund 13 000 Kindern über 1000 zu früh zur Welt. Lebenslange körperliche und seelische Schäden sind bei fast 60 Prozent der Frühgeborenen die Folge. Bis zu 12 000 Euro kann die DAK ein einzelnes Frühchen kosten, wenn es um Behandlungen und Therapien geht. Die Krankenkasse will deshalb mit der gezielten Vorbeugung durch Spezialisten auch Geld sparen.

Die Ursachen für Frühgeburten sind vielfältig. Angefangen vom Rauchen der Mutter, über Fehlernährung bis hin zu genitalen Infektionen. Zur Vermeidung von Frühgeburten erhalten die Schwangeren außer zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen und einem Test zur Früherkennung der Schwangerschaftsdiabetes auch kostenlose Selbsttesthandschuhe. Damit können sie selbst eine veränderte Scheidenflora erkennen.

Nach Angaben der DAK haben sich bislang mehr als 300 Schwangere für eine Behandlung nach dem neuen Vorsorgekonzept entschieden. Mit eingebunden in die Versorgung sind außer den niedergelassenen Frauenärzten das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg und zwei weitere Schwerpunktkrankenhäuser.

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16833)
Gynäkologie (5584)
Organisationen
DAK (1522)
Krankheiten
Infektionen (4476)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »