Ärzte Zeitung online, 25.03.2014

Krankengeld im Morbi-RSA

BKK-Verband fürchtet Reform

Neustart für die Verteilung des Krankengeldes - so will es die große Koalition in ihrere geplanten Reform. Dagegen regt sich Widerstand von den Betriebskassen.

BERLIN. Die Betriebskrankenkassen (BKK) befürchten Nachteile durch eine Reform der Krankengeld-Zuweisung im Morbi-RSA. Hintergrund ist das "Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungs-Gesetz" (FQWG) der Koalition, das am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll.

Darin will die schwarz-rote Regierung dem Bundesversicherungsamt auftragen, ein zielgenaueres Zuweisungsmodell für das Krankengeld zu entwickeln. Denn bislang scheint der Finanzausgleich an dieser Stelle einige Kassen zu bevorzugen und andere wiederum zu benachteiligen. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag.

Die Betriebskrankenkassen gelten bisher als Profiteuere, da sie viele Versicherte mit einem hohen Grundlohn haben. Ihr Dachverband kritisiert die Neujustierung und das geplante 50-50-Übergangsmodell bei der Krankengeld-Zuweisung. Für die BKKen sei es wichtig, dass dabei auch das Gehalt der Versicherten berücksichtigt werde, sagte Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbands, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Denn die Höhe des Krankengeldes hänge vom Grundlohn ab. "Das aktuelle Modell des Bundesgesundheitsministeriums sieht einen solchen Faktor nicht vor."

Das Gesundheitsministerium wies die Befürchtungen zurück. Der Finanzausgleich werde durch die Änderungen genauer, sagte eine Sprecherin. Die meisten BKKen würden sogar höhere Zuweisungen erhalten. Vier Kassen und Kassenverbände - darunter der AOK-Bundesverband - hatten kürzlich mit der gegenläufigen Absicht im BMG interveniert.

Sie plädieren dafür, die Grundlohnkomponente höchstens mit 50 Prozent bei der Berechnung des Ausgleichs für das Krankengeld anzusetzen. (eb)

Mit Material von dpa

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16760)
Organisationen
AOK (7127)
BKK (2123)
Personen
Franz Knieps (172)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »