Ärzte Zeitung, 01.12.2014
 

GKV-Finanzen

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Bei den Krankenkassen steigen die Ausgaben seit Jahresbeginn stärker als die Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds. Der Trend hat sich auch im dritten Quartal fortgesetzt.

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Die Ausgaben der Krankenkassen sind seit Jahresbeginn stärker gestiegen als die Einnahmen.

© picture-alliance / EB-Stock

BERLIN. Die GKV-Ausgaben sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres stärker gestiegen als die Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds. Ursächlich dafür ist der auf sechs (ab 1. Januar) und sodann auf sieben Prozent korrigierte gesetzliche Rabatt für Arzneimittel; eine andere Ursache sind Leistungsverbesserungen, unter anderem durch mehr Satzungsleistungen.

Ein weiterer Sondereffekt sind Prämienzahlungen an Versicherte, die allein bei zwei Ersatzkassen 424 Millionen Euro ausmachen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Samstag berichtete. Auch einige Betriebskrankenkassen haben Prämien ausgeschüttet.

Das habe dazu geführt, dass die Ersatzkassen ein Defizit von 830 Millionen Euro, die BKKen eines von 257 und die IKKen eines von 118 Millionen Euro verbuchten. Hingegen erzielen die AOKen und die Knappschaft Überschüsse von 350 und 118 Millionen Euro.

Genaue Zahlen folgen

Das Bundesgesundheitsministerium sieht angesichts der noch vorhandenen Finanzreserve von 15,1 Milliarden Euro bei den Kassen und einer Reserve von rund zehn Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds keinen Grund zur Beunruhigung und begrüßt die Prämienzahlungen sowie Mehrleistungen der Kassen. Genaue Zahlen will das Ministerium in dieser Woche vorlegen.

Tatsache ist aber, dass die Finanzreserven unterschiedlich verteilt sind. Das führt zu der spannenden Frage, wie die Kassen ihren Beitragssatz für 2015 gestalten werden. Die Entscheidungen darüber müssen in Kürze getroffen und bekannt gemacht werden.

Mit der GKV-Finanzreform, die Anfang dieses Jahres beschlossen worden ist, können die Kassen den bislang gesetzlichen Beitrag von 0,9 Prozent, den die Versicherten alleine tragen, ab 2015 in eigener Verantwortung bestimmen. Die sogenannte Kopfpauschale entfällt damit. Der Schätzerkreis rechnet mit durchschnittlich 0,9 Prozent. 

Festgelegt haben sich bislang unter den größeren Kassen erst die AOK Plus und die AOK Sachsen-Anhalt mit einem Zusatzbeitrag von 0,3 Prozent (14,9 Prozent insgesamt). Mehr als 0,9 Prozent möchte keine Kasse verlangen. (HL)

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