Ärzte Zeitung, 30.08.2016

Fehlverhalten im Gesundheitswesen

AOK Plus legt Zahlen vor

DRESDEN. Die AOK Plus hat in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt 832 Hinweise auf Fehlverhalten im Gesundheitswesen geprüft. Auf Sachsen fielen dabei 485 und auf Thüringen 347 Fälle, wie die Krankenkasse in Dresden mitteilte. Bei etwas mehr als 40 Prozent der Hinweise stellte sich der Verdacht den Angaben zufolge als begründet heraus. Rund 2,1 Millionen Euro seien dadurch im Berichtszeitraum in das System der gesetzlichen Krankenkassen zurückgeflossen.

"Abrechnungsbetrug, Fehlverhalten und Korruption fügen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hohe finanzielle Schäden zu", sagte Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK Plus. Zugleich betonte er, der Großteil der Akteure im Gesundheitswesen arbeite rechtlich einwandfrei.

Die meisten Hinweise (384) gingen in den Jahren 2014/2015 bei der Abrechnung nicht erbrachter Leistungen ein. An zweiter Stelle stand mit 164 Verdachtsmomenten das Erschleichen von Sozialleistungen, etwa in Form von Zuschüssen für den behindertengerechten Umbau einer Wohnung. Am dritthäufigsten (106 Fälle) ging es um eine fehlende Zulassung oder Qualifikation und einer damit verbundenen falschen Abrechnung. (lup)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »