Bundesbank

Nur kurzfristig solide Finanzen der Sozialkassen

Die gesetzliche Krankenversicherung entwickelt sich bisher finanziell stabil, bei Pflegekassen verrauscht der Einnahmeboom.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Nur vorübergehend positive Perspektiven sieht die Bundesbank für die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung.

In der GKV erwartet die Bundesbank laut neuem Monatsbericht für das Gesamtjahr 2019 einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,5 Milliarden Euro).

Zwar habe sich die gesamtwirtschaftliche Situation seit dem vergangenen Herbst eingetrübt. Doch dies schlage bisher nicht auf die Arbeitnehmerentgelte und Renten durch, die für die Beitragseingänge entscheidend sind.

„Stabile Aussichten“

„Die Aussichten sind hier bisher stabil“, heißt es im Monatsbericht. Der Zusatzbeitragssatz liege mit 0,1 Prozentpunkten „spürbar höher“, als es zum Ausgleich der geschätzten Ausgaben nötig wäre. Anfang des Jahres betrug der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 1,01 Prozent und liegt damit nur 0,07 Punkte niedriger als im Vorjahr.

Dennoch schlug das auf die Einnahmen im ersten Quartal durch: Sie legten um 3,5 Prozent zu, ohne gesenkte Zusatzbeiträge wären es vier Prozent gewesen. Die Ausgaben hingegen wuchsen um rund 4,5 Prozent, was sich in einem Defizit von gut 100 Millionen Euro niedergeschlagen hat.

Dieses Minus ist allerdings durch einen um einen um 100 Millionen Euro erhöhten Überschuss kompensiert worden, der sich aus den endgültigen Jahresergebnissen für 2018 ergibt.

Pflegeversicherung: Erhöhter Beitragssatz beschert Plus

In der Pflegeversicherung stand am Ende des ersten Quartals ein Plus von rund einer halben Milliarde Euro in den Büchern.

Der seit Jahresbeginn um 0,5 Punkte gestiegene Beitragssatz sorgte für einen Einnahmesprung von 24 Prozent. Hinzu kommen Überweisungen der GKV im Zuge des Pflegepersonalstärkungs-Gesetzes.

Die Ausgaben steigen im gleichen Zeitraum um 5,5 Prozent. Höhere Pflegegeldzahlungen und Rentenbeiträge für pflegende Angehörige wuchsen mit neun Prozent dabei besonders stark.

Mittelfristig werde die Ausgabendynamik „deutlich über dem Zuwachs der Einnahmenbasis“ liegen, sodass die Beitragssätze weiter steigen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen