Ärzte Zeitung online, 14.08.2017

ÖGD

Eine zweifelhafte Botschaft

Ein Kommentar von Ilse Schlingensiepen

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) übernimmt eine enorm wichtige gesellschaftliche Aufgabe. In der Verantwortung der Gesundheitsämter liegen so zentrale Bereiche wie Infektions- und Katastrophenschutz, die Hygieneüberwachung oder die sozialpsychiatrischen Dienste. Auch aus den Schuleingangsuntersuchungen sind die Ärztinnen und Ärzte des ÖGD nicht wegzudenken. Hinzu kommen die Prävention, die Beratung und die direkte medizinische Versorgung einzelner Bevölkerungsgruppen wie Geflüchtete, Drogenkonsumenten oder Prostituierte. Niemand wird bestreiten, dass man für diese Arbeit gut ausgebildete und motivierte Ärztinnen und Ärzte braucht. Und es sollte eigentlich auch niemand bestreiten, dass sie ebenso gut bezahlt werden müssen wie Kollegen in vergleichbaren Positionen. Das ist aber nicht der Fall, die kommunalen Arbeitgeber verweigern seit Langem die finanzielle Gleichstellung der ÖGD-Ärzte mit den Klinikärzten.

Das ist nicht nur ein verheerendes Signal an die betroffenen Mediziner. Es ist auch eine zweifelhafte Botschaft an die Gesellschaft und die vielen Menschen, die die Leistungen der Gesundheitsämter in Anspruch nehmen: Mehr ist uns dieser Bereich des Gesundheitswesens einfach nicht wert.

Lesen Sie dazu auch:
Personalmangel: Öffentlicher Gesundheitsdienst blutet aus

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »