Kommentar – ÖGD

Eine zweifelhafte Botschaft

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 14.08.2017, 14:20 Uhr

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) übernimmt eine enorm wichtige gesellschaftliche Aufgabe. In der Verantwortung der Gesundheitsämter liegen so zentrale Bereiche wie Infektions- und Katastrophenschutz, die Hygieneüberwachung oder die sozialpsychiatrischen Dienste. Auch aus den Schuleingangsuntersuchungen sind die Ärztinnen und Ärzte des ÖGD nicht wegzudenken. Hinzu kommen die Prävention, die Beratung und die direkte medizinische Versorgung einzelner Bevölkerungsgruppen wie Geflüchtete, Drogenkonsumenten oder Prostituierte. Niemand wird bestreiten, dass man für diese Arbeit gut ausgebildete und motivierte Ärztinnen und Ärzte braucht. Und es sollte eigentlich auch niemand bestreiten, dass sie ebenso gut bezahlt werden müssen wie Kollegen in vergleichbaren Positionen. Das ist aber nicht der Fall, die kommunalen Arbeitgeber verweigern seit Langem die finanzielle Gleichstellung der ÖGD-Ärzte mit den Klinikärzten.

Das ist nicht nur ein verheerendes Signal an die betroffenen Mediziner. Es ist auch eine zweifelhafte Botschaft an die Gesellschaft und die vielen Menschen, die die Leistungen der Gesundheitsämter in Anspruch nehmen: Mehr ist uns dieser Bereich des Gesundheitswesens einfach nicht wert.

Lesen Sie dazu auch: Personalmangel: Öffentlicher Gesundheitsdienst blutet aus

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