Ärzte Zeitung online, 24.05.2012

Reimann dämpft Erwartungen an TPG-Reform

BRAUNSCHWEIG (dpa). Kurz vor der Bundestagsentscheidung über die Organspende-Reform hat die Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses die Erwartungen an schnelle Erfolge der Neuregelung gedämpft.

"Ich erwarte nicht, dass die Zahl der realisierten Organspenden rasch ansteigt", sagte die SPD-Politikerin Carola Reimann (SPD) der Donnerstagsausgabe der "Braunschweiger Zeitung".

Wenn aber mehr Menschen rechtzeitig eine Entscheidung zur Frage von Organspenden im Sterbefall träfen, bedeute dies mittelfristig eine große Entlastung für die Angehörigen, die bisher mit solchen Fragen häufig völlig überfordert seien.

Reimann: "Die Entscheidung zur Organspende gehört ins Leben, die Entscheidung durch Angehörige muss ein Ausnahmefall sein."

Der Bundestag soll am Freitag ein Gesetz über die Entscheidungslösung für Organspenden beschließen. Danach sollen alle Bürger von ihren Krankenkassen mit Informationen versorgt und zu einer Entscheidung aufgefordert werden, einen Zwang zur Festlegung gibt es aber nicht.

Reimann bezeichnete die geplante Entscheidungslösung, für die sich fraktionsübergreifend eine breite Mehrheit abzeichnet, als richtigen Ansatz, auf die Bürger zuzugehen.

"Wir haben eine große Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende, 75 Prozent sind in Umfragen dafür. Aber deutlich weniger, nur etwa 25 Prozent, haben einen entsprechenden Organspendeausweis."

In Deutschland stünden derzeit 12.000 Menschen auf den Wartelisten für eine Organtransplantation. "Viele sterben, bevor sie ein Spenderorgan bekommen können."

Topics
Schlagworte
Organspende (900)
Krankheiten
Transplantation (2262)
Personen
Carola Reimann (243)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »