Ärzte Zeitung online, 25.10.2018

Organspende

Bundestags-Abgeordnete gegen Widerspruchslösung

BERLIN. In der Debatte über die Widerspruchslösung bei der Organspende formiert sich eine weitere Bundestags-Initiative.

„Uns eint das Ziel, die Einführung einer Widerspruchslösung unbedingt zu verhindern“, sagte Mit-Initiator Stephan Pilsinger (CSU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es könne nicht sein, dass ein „Nichts-Sagen“ als Zustimmung zur Organspende gewertet werde.

Demnach arbeiten Abgeordnete von Union, SPD, Grünen, Linke und FDP an einem gemeinsamen Antrag. Pilsinger selbst plädiere für eine verbindliche Entscheidungslösung, wonach alle Bürger beim Ausstellen eines neuen Personalausweises oder der Gesundheitskarte befragt werden könnten, ob sie Organspender sein möchten.

Den Anstoß zu einer offenen parlamentarischen Entscheidung hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegeben. Er wirbt angesichts niedriger Organspendezahlen für eine Umstellung auf eine doppelte Widerspruchslösung. Das bedeutet, dass automatisch jeder als Spender gilt.

Dazu soll man aber zu Lebzeiten ausdrücklich Nein sagen können, ansonsten sind - als doppelte Schranke - noch Angehörige zu fragen. Bisher gilt das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt sind.

Spahn strebt bis Mitte 2019 eine Entscheidung des Bundestags an. Er hatte angeboten, das sein Ministerium auch Abgeordnete mit anderen Positionen bei entsprechenden Anträgen unterstützen könne. (dpa)

Topics
Schlagworte
Organspende (1043)
Krankheiten
Transplantation (2499)
Personen
Jens Spahn (1630)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bei häufigen Stürzen an Natriummangel denken!

Bei geriatrischen Patienten lohnt es sich, den Natriumspiegel im Blick zu behalten: So manches mit der Elektrolytstörung assoziierte Symptom wird oft anderen Ursachen zugeschrieben. mehr »

Buttersäure-Anschlag auf Arztpraxis

Ein Vermummter hat eine Hamburger Arztpraxis mit Buttersäure angegriffen. Drei Personen wurden verletzt. Der Staatsschutz ermittelt, da die Attacke einen politischen Hintergrund haben könnte. mehr »

Mutig im Quartett

Vier angestellte Ärztinnen mussten sich immer wieder gleichzeitig aus ihrer Klinik schleichen. Ihr Geheimprojekt: Die Gründung einer eigenen Praxis. mehr »