Ärzte Zeitung, 02.11.2009

Kommentar

Ein sinnvolles Modellprojekt

Von Jürgen Stoschek

Wer die medizinische Versorgung von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen verbessern möchte, muss zunächst dafür sorgen, dass zusätzlich zur regelmäßigen Betreuung auch in Notfällen ärztliche Hilfe rasch und kompetent zur Verfügung steht. Das können in der Regel Hausärzte gewährleisten. Sie sollten deshalb auch abends und am Wochenende erreichbar sein. So können dann auch unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden werden. Dass in diesem Bereich noch einiges zu tun ist, ist unbestritten.

Wenn nun auch Fachärzte den unmittelbaren Zugang zur ambulanten Versorgung in Alten- und Pflegeheimen anstreben, so sollte in diesem Zusammenhang vor allem geklärt werden, ob und wo tatsächlich ein solcher Bedarf besteht. Das können weder die Bewohner und die Heimleitungen noch die Fachärzte allein entscheiden.

Modellprojekte, wie sie jetzt der Deutsche Facharztverband initiieren will, in denen Fachärzte von sich aus in Alten- und Pflegeheimen aktiv werden, sind durchaus ein geeignetes Instrumentarium, um den Bedarf und die Notwendigkeit einer fachärztlichen Versorgung in den Einrichtungen zu evaluieren. Erst dann kann über eine Änderung des Bundesmantelvertrags entschieden werden.

Lesen Sie dazu auch:
Fachärzte fordern besseren Zugang zu Pflegeheimen

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