Ärzte Zeitung, 22.07.2010
 

MRSA-Infektionen - infiziert ist jeder 13. Heimbewohner

BRAUNSCHWEIG (cben). Eine Studie aus Braunschweig belegt: Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA) sind in Pflegeheimen stärker verbreitet als gedacht. 68 Prozent aller Braunschweiger Heimbewohner haben an der Studie teilgenommen - jeder 13. ist mit dem Erreger besiedelt. "Damit haben wir ein schwer wiegendes Problem", so Professor Wilfried Bautsch, Hygieniker am Klinikum Braunschweig, "andere Studien kommen auf drei bis vier Prozent und Umfragen nur auf zwei Prozent."

Unter anderem immer frühere Krankenhausentlassungen hätten das Problem in die Pflegeheime verlagert. "Schwierig ist, dass die Keime in den Heimen nicht identifiziert werden, weil Hausärzte den Test nicht bezahlt bekommen", so Bautsch. Hier müsse politisch Druck gemacht werden." Die Braunschweiger Initiative "Hygienenetzwerk Südostniedersachsen" hat durch bessere Hygiene die Zahl der MRSA-Besiedelungen in Heimen halbieren können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »