Ärzte Zeitung, 06.12.2010

Bundessozialgericht: Begleitung zum Arzt ist unfallversichert

KASSEL (mwo). Auf dem Weg in die Praxis brauchen Pflegebedürftige meist Unterstützung. Angehörige, die sie hierfür begleiten, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel kürzlich entschieden.

Im konkreten Fall hatte die Tochter ihre pflegebedürftige Mutter zum Arzt begleitet. Auf dem Rückweg stürzte die alte Frau auf der Treppe zur Wohnung. Dabei riss sie auch ihre Tochter mit sich, die sich so eine Fraktur des linken Knies zuzog.

Laut Gesetz ist unfallversichert, wer einen Angehörigen pflegt, der Leistungen der Pflegeversicherung bezieht. Trotzdem lehnte hier die Unfallversicherung Leistungen ab: Der Unfall sei nicht während einer versicherten Pflegetätigkeit geschehen.

Doch auch die Mobilität der Mutter gehört zu den für die Tochter unfallversicherten Pflegebereichen, urteilte das BSG. Ohne Hilfe könne die Mutter keine Treppen steigen und hätte daher ihren Arzt gar nicht aufsuchen können. Darauf, ob solche Hilfen bei der Berechnung der Pflegeleistungen berücksichtigt wurden, komme es nicht an.

Az.: B 2 U 6/10 R

Topics
Schlagworte
Pflege (5222)
Recht (12659)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »