Ärzte Zeitung, 06.12.2012

Leitartikel

Migranten als Patienten oft außen vor

Sind die Barrieren für den fairen Zugang zur Reha, zur Pflege, zur ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung zu hoch ? Migranten in Deutschland werden immer noch benachteiligt, wie aktuelle Daten zeigen.

Von Angela Misslbeck

Migranten als Patienten oft außen vor

Immer noch ein seltenes Bild: Pflegekraft betreut Migrantin.

© Stache / dpa

Über den Zugang zu einer Rehamaßnahme und ihren Erfolg entscheidet nicht nur medizinische Notwendigkeit. Herkunft, Bildung und Sozialstatus der Patienten spielen eine wichtige Rolle. Das zeigt der Bielefelder Gesundheitswissenschaftler Oliver Razum anhand von Daten des Sozioökonomischen Panels.

In der jährlichen Repräsentativerhebung gaben 4,7 Prozent der deutschen aber nur 3,2 Prozent der ausländischen Befragten an, dass sie im vergangenen Jahr eine Reha-Maßnahme genutzt haben. Razum hat diese Daten nach dem Sozialstatuts bereinigt. So kann er zeigen, welchen Einfluss allein die Staatsangehörigkeit hat.

Das Ergebnis ist erschreckend: Menschen mit einem ausländischen Pass haben demnach eine um 40 Prozent geringere Chance auf eine Reha-Maßnahme. Hinzu kommt, dass Rehamaßnahmen bei Migranten offenbar eine geringere Erfolgsquote haben. Das macht Razum mit Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) deutlich ...

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[06.12.2012, 22:13:45]
Dr. Bernhard reiß 
So einfach ist es nicht!
Es git nur wenige Gesundheitssysteme auf der Welt, die so offen sind, wie das deutsche. Und natürlich ist es für Ausländer schwierig, bsondere Maßnahmen erfolgreich abzuschließen. Denn eine Voraussetzung ist, daß man in Deutschland auch deutsch spricht. Sonst kann man nicht verstehen, um was es überhaupt geht. Deshalb setzen wir uns bei jedem dafür ein, daß er eine Sprachkurs besucht. Die anfänglichen Ängste zerstreuen sich schnell, denn die Mitarbeiter in den Kursen leisten großartige Arbeit. Und die Menschen sagen uns immerwieder, wie froh sie jetzt sind, daß sie endlich selbständig einkaufen können, die Anweisungen des Arbeitgebers verstehen, ein Kinobesuch möglich ist- und sie danken uns, daß wir so hartnäckig auf dem Erwerb der Sprachkenntnisse bestandenn haben. In Deutschland von einem "closed shop" zu sprechen ist wirklich weltfremd.Würde man die selben Studien in einem "Deutschenghetto" auf Mallorca machen, würde man wohl zu ähnlichen Ergebnissen kommen. In solchen Siedlungen spricht kaum einer mehr als ein paar Brocken Spanisch bzw Mallokinisch. Und dann wird´s halt nichts mit dem Behandlungserfolg. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun. Sondern das kann man sich an den allseits und länderübergreifend vorhandenen fünf Fingern abzählen zum Beitrag »

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