Ärzte Zeitung, 12.01.2016

Hoher Zuwachs

Pflegebranche entwickelt sich zum Jobmotor

BERLIN. Die Pflegebranche schafft aktuell die meisten neuen Arbeitsplätze.

Rund 13 Prozent der insgesamt 713.000 der bis Oktober 2015 neu gemeldeten Arbeitsplätze gehen auf das Konto der Pflege und sozialer Dienstleistungen. Das geht aus dem jüngsten Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit hervor.

In den ersten drei Quartalen des Vorjahres hat die Branche demnach mit 93.000 neuen Beschäftigten den höchsten Zuwachs aller Branchen erzielt und lag noch vor dem Handel (plus 83.000) und Dienstleistungen (plus 75.000).

"In der Pflege entstehen die sichersten Arbeitsplätze der nächsten Jahrzehnte", kommentierte Rainer Brüderle, Präsident des bpa-Arbeitgeberverbandes. Der bpa ist der Berufsverband der privaten Anbieter sozialer Dienstleistungen.

Rund eine Million Menschen arbeiten derzeit in der stationären und ambulanten Pflege. Rund 40.000 Stellen gelten derzeit als unbesetzt. Prognosen unter anderem des Statistischen Bundesamts gehen von einer Lücke in der Pflege von rund 370.000 Vollzeitkräften bis 2030 aus.

Mit zuletzt 133.000 Pflegeschülern lag die Zahl der Auszubildenden so hoch wie lange nicht mehr.

Derzeit bereitet die Koalition eine Reform der Pflegeausbildung vor. Das Pflegeberufegesetz soll die bisherigen drei Ausbildungsgänge zu einem zusammenfassen. Dies ist bis in die Unionsfraktion hinein umstritten. (af)

Topics
Schlagworte
Pflege (5221)
Personen
Rainer Brüderle (95)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »