Ärzte Zeitung online, 13.03.2017
 

Hamburg

Angehörige loben Pflegequalität

Die Hansestadt Hamburg hat Angehörige von Pflegebedürftigen befragt. Ergebnis: Die Pfleger leisten gute Arbeit, aber es fehlen feste Bezugspersonen.

HAMBURG. Wertschätzende Pflegekräfte, empfehlenswerte Einrichtungen, aber noch nicht oft genug mit festen Pflege-Bezugspersonen: Dies sind zentrale Ergebnisse einer Befragung von Angehörigen Hamburger Heimbewohner. Die Hansestadt war nach eigenen Angaben das erste Bundesland, das diesen ermöglicht hat, sich zur Qualität von Pflege und Betreuung in den Einrichtungen zu äußern.

Mehr als 6200 Antworten erhielt das Statistikamt Nord, das die Befragung im Auftrag der Hamburger Wohn-Pflegeaufsicht vorgenommen hatte. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse waren überwiegend positiv. 78 Prozent der Angehörigen halten den Umgang des Pflegepersonals mit den Bewohnern für stets oder meistens wertschätzend. Ebenfalls 78 Prozent beobachten, dass Arzt- und Therapeutenbesuche immer oder fast immer ermöglicht werden.

73 Prozent schätzen die Kenntnis der Pflegekräfte über den Gesundheitszustand der Bewohner als gut oder sehr gut ein und zwei Drittel sind der Auffassung, dass die Betreuungskräfte die Selbstständigkeit fördern oder erhalten. Ein genauso hoher Anteil der Befragten würde die Einrichtung, in der ihr Angehöriger gepflegt wird, weiterempfehlen. Elf Prozent würden dies nicht tun.

64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie als Angehörige einen festen Ansprechpartner in der Pflegeeinrichtung haben. Aber nur 37 Prozent sind der Meinung, dass ihr pflegebedürftiger Angehöriger eine feste Bezugspflegekraft in der Einrichtung hat, die deren Pflege kontinuierlich im Blick hat.

Außerdem kritisierten 30 Prozent der Befragten, dass Bewohnern, die gesundheitlich dazu in der Lage sind, zu selten oder nie Gelegenheit gegeben wird, an Veranstaltungen im Stadtteil teilzunehmen. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) erwartet, dass Heimbetreiber und Aufsicht die Ergebnisse als Unterstützung für ihre Arbeit auffassen. In diesem Jahr ist eine weitere Befragung geplant. Auch die Beschäftigten werden dann nach ihrer Einschätzung gefragt. (di)

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