Ärzte Zeitung online, 04.06.2018

Kommentar zu ausländischen Pflegekräften

Nur ein Schritt von vielen

Von Wolfgang  van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Vielleicht ist es mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Zahl ausländischer Pflegekräfte hat sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt.

128.000 Pflegerinnen und Pfleger aus dem Ausland haben in Alten- und Krankenpflege einen sozialversicherungspflichtigen Job, antwortet das Bundesgesundheitsministerium auf eine Anfrage der AfD.

Die Anwerbung ausländischer Kräfte scheint also zu funktionieren. Das geschieht meist auf Kosten der Versorgung in den Herkunftsländern – etwa in Polen, Rumänien oder Kroatien.

Weniger bekannt ist, dass es auch Länder gibt, wo das Gegenteil der Fall ist. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) haben Serbien, Bosnien und Herzegowina, die Philippinen und Tunesien einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die in ihren Herkunftsländern keinen adäquaten Job finden.

Genau die werden nun seit fünf Jahren von BA und Deutscher Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt fit gemacht. So konnten allein mit diesem Projekt 1300 Pflegekräfte vermittelt werden.

Klar ist, dass auch das nur Teil der Lösung sein kann. Fachkräfte werden händeringend gesucht: 15.300 gemeldete Stellen in der Altenpflege und 12.100 in der Krankenpflege. Immerhin – ein kleiner Schritt voran.

Lesen Sie dazu auch:
Personal: Doppelt so viele ausländische Pflegekräfte wie noch 2013

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »