Ärzte Zeitung online, 25.06.2012

Prävention à la Union

Ein Präventionsgesetz will die Union nicht, jetzt hat sie einen Kompromiss vorgestellt: Versicherte, die bei der Gesundheitsvorsorge aktiv sind, sollen Beitragsnachlässe erhalten.

Union will Quantensprung bei Prävention

Burn-out? Betriebe und Kassen könnten Beschäftigten Gruppentarife anbieten.

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BERLIN (dpa). Die Union im Bundestag will die Gesundheitsvorsorge in Deutschland stärken. CDU/CSU schlagen auch neue Wege vor, zum Beispiel günstige Spezialtarife der Krankenkassen.

Der heutige Einheitssatz von 15,5 Prozent würde durch solche Tarife aufgeweicht. Im Gegenzug für günstigere Konditionen sollten Versicherte bei Gesundheitsangeboten mitmachen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzelner Unternehmen sowie Kassen könnten sich für die Gruppentarife zusammentun, wie Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) anlässlich eines Präventionskongresses der Unionsfraktion am Montag in Berlin erläuterte.

Von gesünderen Mitarbeitern profitierten auch Firmen und Kassen. "Damit hoffen wir auch, die sehr intensiv diskutierte Frage des Burn-out angehen zu können", sagte Singhammer.

Die Kassen melden jedes Jahr höhere Krankenstände bei psychischen Leiden, die nicht zuletzt vom Stress am Arbeitsplatz herrühren.

Singhammer betonte, in einen Gruppentarif in einem Unternehmen müsse die beteiligte Kasse alle Mitarbeiter, die das wollen, aufnehmen.

Aufgabe für einen Präventionsrat

"Das gibt starken Schwung für die Prävention." Der Vorstoß ist Teil eines Präventionskonzeptes, mit dem die Union vorprescht.

Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte bereits - wie sein Vorgänger Philipp Rösler (beide FDP) - eine Präventionsstrategie angekündigt.

Ein neues Gesetz für mehr Gesundheitsvorsorge, wie dies die damalige Ressortchefin Ulla Schmidt (SPD) 2002 angekündigt hatte, soll es dagegen nicht geben.

"Wenn wir nicht nachhaltig Prävention umsetzen, wird das Gesundheitswesen, wie wir es heute in Deutschland kennen, in den nächsten zehn, 15 Jahren keinen Bestand mehr haben", sagte Singhammer.

Laut Unionskonzept soll der Bundestag konkrete Präventionsziele beschließen - etwa für die Senkung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz oder Diabetes infolge ungesunden Lebensstils um je 20 Prozent bis 2020.

Verantwortlich sein soll ein neu zu gründender Nationaler Rat für Prävention verschiedener Träger. Die Krankenkassen sollen verpflichtet werden, höhere Ausgaben für Investitionen in diesem Bereich vorzusehen.

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