Ärzte Zeitung, 18.09.2012

Westfalen-Lippe

Mehr Frauen zum Mamma-Screening bewegen

In Westfalen-Lippe variiert die Teilnahmerate von Frauen am Mamma-Screening je nach Region stark. Eine Analyse soll helfen, Strategien für eine zielgenauere Ansprache von Frauen entwickeln.

Mehr Frauen zum Mamma-Screening bewegen

Kassen können ihre Versicherten direkt ansprechen: Dr. Wolfgang Aubke.

© KVWL

KÖLN (iss). In Westfalen-Lippe wollen die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KVWL) gemeinsame Strategien entwickeln, um die Teilnahmeraten am Mammografie-Screening zu erhöhen.

Dabei stehen insbesondere die Regionen im Fokus, in denen deutlich weniger Frauen das Früherkennungs-Angebot annehmen als im Durchschnitt.

Im Jahr 2011 nahmen 56,9 Prozent der anspruchsberechtigen Frauen die Einladung zum Mammografie-Screening an. Das waren etwas mehr als im Bundesdurchschnitt, wo es 53,7 Prozent waren.

Allerdings gab es eine sehr starke regionale Spreizung. In der Region Höxter-Paderborn-Soest lag die Teilnahmequote bei 69,7 Prozent, in Bochum dagegen nur bei 43,0 Prozent.

Arbeitsgruppe aus KV und Kassen

Die großen regionalen Unterschiede seien kein spezifisches Merkmal von Westfalen-Lippe, sagt Dr. Wolfgang Aubke, stellvertretender Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammografie und ehemaliger stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVWL. "Es gibt bundesweit deutliche Varianzen."

Er nannte mehrere Faktoren, die zu einer unterdurchschnittlichen Resonanz auf die Einladung zum Screening beitragen können. In Ballungsgebieten seien die Teilnahmequoten generell geringer, ebenso bei Migrantinnen.

Zudem spielten die Verkehrsbedingungen eine Rolle und die Frage, ob in einer ländlichen Gegend ein Mammobil - also eine mobile Röntgenpraxis - im Einsatz ist oder nicht. "Hinzu kommen zum Teil Widerstände in der Ärzteschaft, insbesondere bei Gynäkologen", sagt Aubke.

In Westfalen-Lippe werde jetzt eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der KVWL und aller Krankenkassenarten die genauen Ursachen für die regionalen Unterschiede erforschen und auf Basis der Ergebnisse Aktivitäten auf den Weg zu bringen, um die Frauen zu motivieren, kündigte er an.

"Davon verspreche ich mir eine ganze Menge", sagt Aubke. Schließlich hätten die Krankenkassen die Möglichkeit, ihre Versicherten gezielt anzusprechen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[19.09.2012, 07:58:39]
Dipl.-Psych. Angelika Marsh 
Einladung?
Wir Frauen bekommen keine Einladung, sondern einen (ungewollten) Termin zugesendet, den wir auch noch absagen sollen, falls wir ihn nicht wahrnehmen. Der Brief ist eine Bevormundung! Es ist erstaunlich, dass soviele Frauen an dem Programm teilnehmen. Aber vermutlich haben viele Frauen Angst vor eventuellen Repressalien, wenn sie den Termin absagen oder gar nicht auf das Schreiben reagieren. Es wäre so simpel mehr Frauen von den positiven Möglichkeiten einer Vorsorge zu überzeugen. Mit ein bißchen mehr Fingerspitzengefühl und der Offenheit, dass die Frau sich ihr Screeningszentrum selbst aussuchen kann (Freie Arztwahl in Deutschland) würden vielleicht mehr Frauen an solchen Programmen teilnehmen. Aber offenbar muss da erst eine "Untersuchung" her oder die Ursache wird auf den Widerstand der Gynäkologen geschoben. Das ist vermutlich leichter, als sich das Schreiben einfach einmal anzugucken und Frauen zu befragen wie sie sich fühlen, wenn sie dieses Schreiben bekommen.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Pflege-Eigenanteil deckeln!

16:41Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »