Ärzte Zeitung, 16.01.2013

Prävention

Koalition setzt auf staatliche Kontrolle

Eine Präventionskonferenz soll künftig darüber wachen, dass die Ziele in der Vorsorge erreicht werden.

BERLIN. Künftig wird es eine staatliche Kontrolle für Prävention geben: Beim Bundesgesundheitsministerium soll eine Ständige Präventionskonferenz eingerichtet werden.

Das geht aus dem Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention im Gesundheitswesen hervor.

Die Präventionskonferenz soll die Aufgabe erhalten, über die Entwicklung von Gesundheitsförderungs- und Präventionszielen und deren Umsetzung zu berichten, heißt es in dem Entwurf. Ein entsprechender Bericht soll alle vier Jahre erstellt werden.

Kernstück der geplanten Präventionsstrategie: Die Regierung sieht die Ärzte in einer zentralen Rolle.

Künftig sollen sie ihren Patienten verstärkt auch Gesundheitsförderung anbieten. Auf Basis der Empfehlung der Ärzte sollen Patienten dann entsprechende Präventionskurse besuchen.

Aus dem Referentenentwurf geht hervor, dass die ärztliche Präventionsempfehlung für die gesetzlichen Krankenkassen eine wichtige Grundlage darstellen soll, ob eine Leistung zur Primärprävention genehmigt wird.

Künftig sollen auf diese Weise Kursangebote gezielt diejenigen Menschen erreichen, die sie auch tatsächlich benötigen. Die Kassen hatten den Vorstoß kritisiert: Eine Konzentration auf eine ärztliche Verordnung sei ein "falscher Ansatz". (sun)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Keine halben Sachen

[17.01.2013, 12:09:33]
Dr. Klaus Eduard Weiers-Croissant 
Prävention - Gesundheitsthema Bund und Länder
Beim Ansatz Raucherentwöhnung lassen sich Milliarden Kosten im Gesundheitswesen einsparen. Wann endlich werden die ärztliche Tabakentwöhnung und der medikamentöse Einsatz von Entwöhnungspräparaten von den Kassen erstattet?

Dr. med. Klaus Weiers-Croissant
Internist - Pneumologie - Allergologie - Umwelt- und Suchtmedizin - Diabetologie
Sommerberg 15
79256 Buchenbach
weiers-croissant@gmx.de
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[16.01.2013, 14:26:51]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
FDP - voll krass?
Ausgerechnet der liberale FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will eine "Ständige Präventionskonferenz" mit zentraler staatlicher Kontrolle der Prävention installieren. Seine Parteifreunde sind doch g e g e n die Installation von Überwachungskameras, gegen Überwachung unbescholtener Bürger/-innen vom Klo bis zum Schlafzimmer - oder will die FDP noch mehr Wählerschwund?

Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Vertragsärzte und -Psychologen, spielen bei der Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten eine tragende Rolle. Diese muss man fördern, fordern, ausbauen u n d bezahlen! Im Sinne eines dualen Systems kommen weitere Anregungen aus der Gesundheitspädagogik, der GKV u n d PKV, dem Krankenhauswesen, Medien und Öffentlichkeit hinzu. Das präformierte, durch "Dr. Google", "Dr.Ed", die Regenbogenpresse, fanatische Gesundheitsapostel und auch die "Apotheken-Umschau" eher deformierte Laienverständnis von Gesundheit, Krankheit, Prävention muss verbessert bzw. autonome Entscheidungsfindungen müssen gestärkt werden.

Am Ziel angelangt sind wir allerdings erst, wenn in Bundes-, Land- und Kreistagen, als "Ständige Vertretung des Präventionsbeauftragten der Bundesregierung" sozusagen, Anlaufstellen für Ess-Störungen, Alkohol- und Nikotinabhängigkeit, Rede-, Spiel- und Geltungssucht, Metabolisches Syndrom, Bewegungs-, Sprech-, Sprach-, und Abstimmstörungen implementiert sind.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[16.01.2013, 09:37:46]
Dr. Eberhard Wochele 
"falscher Ansatz" ?
Ja natürlich kann die Krankenkasse nicht zulassen, dass die eigentliche Prävention in die Hände der Ärzte fällt.
Es würde ja das Instrument der Werbung wegfallen und die Krankenkassen hätten auch noch Kosten für die Prävention zu tragen. Kein Arzt wird in der heutigen Situation ohne Zusatzbudget eine Zusatzleistung erbringen. zum Beitrag »

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