Ärzte Zeitung, 16.01.2013
 

Kommentar zur Prävention

Keine halben Sachen

Von Sunna Gieseke

Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen - Volkskrankheiten wie diese will die schwarz-gelbe Koalition eindämmen. Richten soll es die lang angekündigte Nationale Präventionsstrategie.

Ein Kernstück des geplanten Regelwerkes: Ärzte sollen vermehrt als Präventionslotsen tätig werden, indem sie ihren Patienten auch Gesundheitsförderung anbieten. Die Idee ist gut, aber nicht zu Ende gedacht.

Ärzte erreichen sicherlich eine andere Patientenklientel in ihren Praxen als Kassen zum Beispiel mit Rücken- oder Ernährungskursen. Bereits in der Vergangenheit wurde kritisiert, dass Kassen mit Präventionsangeboten eher ein Klientel ansprechen, das ohnehin an ihrer Gesundheit interessiert ist.

Ärzte treffen hingegen auch auf Patienten, die entsprechend von einer Primärprävention profitieren könnten.

Jetzt konzentriert sich die Koalition jedoch einzig darauf, Zusatzaufgaben für Ärzte zu definieren. Dabei lässt sie völlig offen, woher Ärzte die Zeit für mehr Präventionsaufgaben nehmen sollen.

Vor allem ist unklar, wie die neuen Aufgaben finanziert werden sollen. Und wie soll die Zusammenarbeit vor allem von Ärzten und Kassen dabei funktionieren? Die Koalition hat ihre Hausaufgaben in Sachen Prävention nur halb gemacht.

Lesen Sie dazu auch:
Prävention: Koalition setzt auf staatliche Kontrolle

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