Ärzte Zeitung, 28.08.2013

Arzneisucht

Prüfer-Storcks will Ärzte aufklären

Hohes Alter, hohes Risiko für Medikamentenabhängigkeit: Darüber sollen Hamburgs Ärzte mehr aufgeklärt werden, fordert die Senatorin.

HAMBURG. Die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit ist bei älteren Menschen besonders hoch. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) fordert nun mehr Sensibilität auch von Ärzten.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde gründet ihre Mahnung auf Ergebnisse einer Studie, die sie vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung an der Uni Hamburg vornehmen ließ.

Im Untersuchungszeitraum bekamen rund 78.500 Patienten in der Metropole Benzodiazepine auf insgesamt fast 300.000 Rezepten verschrieben. Drei Fünftel der Verordnungen stellten Allgemeinmediziner aus.

"Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil älterer Menschen über 70 Jahre mit Benzodiazepin-Verordnungen mit knapp 30 Prozent überproportional hoch ist", teilte die Behörde mit.

Ein weiteres Ergebnis: Rund zwei Drittel der Frauen erhielten hochdosierte Benzodiazepin-Langzeitverordnungen. Die Behörde sieht hier die Gefahr eines erhöhten Sturzrisikos und einer verringerten Gedächtnisleistung.

Prüfer-Storcks rief in diesem Zusammenhang dazu auf, Ärzte und Pflegekräfte stärker für das Thema Medikamentenmissbrauch zu sensibilisieren und sie besser zu schulen. Außerdem sollen Einrichtungen der Alten- und der Suchthilfe enger zusammenarbeiten. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »