Ärzte Zeitung, 31.08.2016

Lebensverlängerung durch Lesen

Soll es Bücher auf Rezept geben?

Von Christine Starostzik

Bislang hieß es: "An apple a day …". Künftig kommt möglicherweise "A chapter a day …." dazu, zumindest wenn man einer US-Studie folgt, in der bereits die halbstündige Buchlektüre pro Tag einen Überlebensvorteil verschaffte. Doch die Studie beantwortet entscheidende Fragen nicht.

Interessant wäre dabei, in welcher Position die Bücher konsumiert wurden, denn das Sitzen per se hat sich ja schon früher als Risiko für Leib und Leben erwiesen. Weiterhin wurde nicht bekannt, welchem Genre die Leseratten verfallen waren. Gesundheitsratgeber würden das längere Leben vielleicht erklären, Umfragen zufolge lesen die meisten aber Belletristik.

Umgekehrt könnte es natürlich auch sein, dass Bücherleser ohnehin etwas tiefer ins Leben eintauchen und mit geschärftem Geist Zusammenhänge erkennen, die ihnen Überlebensvorteile verschaffen. In jedem Fall sollte die Lektüre spannend sein, denn möglicherweise hält die Leute ja auch die pure Neugierde auf die Fortsetzung am Leben.

Den Studiendaten zufolge erscheint es jedenfalls geradezu überlebenswichtig, immer einen Stapel ungelesener Bücher parat zu haben. Wenn das kein lohnendes Präventionsprojekt ist! Nicht auszudenken, wie sich das auf die Altersgesundheit auswirken könnte, wenn die Leute auf die Idee kämen, die Geschichten beim Spazierengehen oder Joggen per Hörbuch zu genießen …

Lesen Sie dazu auch:
Wer Bücher liest, lebt auch länger

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »