Ärzte Zeitung, 14.12.2016

Mammographie-Screening

Mehr Mini-Tumore entdeckt

BERLIN. Durch das Mammographie-Screening haben Ärzte bei Frauen erneut mehr Brustkrebs-Tumore bereits im Frühstadium entdeckt. Das geht aus der jüngsten Datenauswertung für das Jahr 2014 hervor, teilte die Kooperationsgemeinschaft Mammographie am Dienstag mit. Das Screening läuft seit 2009. In Deutschland wurde 2014 bei rund 16 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Bei 3000 von ihnen wurde eine Vorstufe gefunden, bei 13 000 war der Tumor bereits in das umliegende Gewebe hineingewachsen. Doch bei mehr als drei Vierteln dieser Patientinnen waren die bösartigen Knoten mit weniger als 20 Millimetern Durchmesser winzig und hatten noch nicht gestreut.

Das Robert Koch-Institut wertet die Entwicklung in seinem jüngsten Krebsbericht von Ende November als "ersten Hinweis für einen Erfolg des Programms". 2014 nahmen rund 2,9 Millionen Frauen am Screening teil, es kostete 224 Millionen Euro. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. 2013 starben 17 800 Patientinnen daran. Das Mammographie-Screening ist unter anderem wegen der massenhaften Röntgenuntersuchung gesunder Frauen, der Möglichkeit falsch-positiver Befunde und möglicher Überdiagnosen nicht unumstritten. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fischkuss bringt Angler fast um

Ein Hobbyfischer zieht eine kleine Seezunge aus dem Wasser. Kurz darauf steht sein Herz still – aber nicht vor lauter Anglerglück, wie Ärzte bald herausfinden. mehr »

Erste Beschwerden gegen Facebook und Google

Unmittelbar nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat der Verein "Noyb" erste Anzeigen gegen Google und Facebook wegen "Zwangszustimmungen" auf den Weg gebracht. mehr »

CRISPR/Cas-Methode - Zwischen Zauberwerk und Hexenkunst?

Die CRISPR/Cas-Methode könnte hohen therapeutischen Nutzen stiften. Sie lässt aber auch Allmachtsfantasien blühen. Der Ethikrat sieht dies skeptisch und fordert mehr Regulierung. mehr »