Ärzte Zeitung, 07.06.2017
 

Umfrage

Mehrheit der Deutschen fühlt sich gesund

Knapp jeder Sechste hat schon einmal einen Präventionskurs besucht, doch die meisten Bundesbürger achten auch von sich aus auf ihre Gesundheit. Das behauptet zumindest die Mehrheit in einer ABDA-Umfrage.

Von Marco Mrusek

Mehrheit der Deutschen fühlt sich gesund

Ob jung oder alt: Die Deutschen fühlen sich mehrheitlich gesund, sagt zumindest eine Studie

© ARochau - Fotolia

BERLIN. Der Großteil der Menschen in Deutschland sieht sich selbst bei guter Gesundheit. Das ist ein Ergebnis eines nach eigenen Angaben repräsentativen Meinungsbildes der Bevölkerung, das die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) erstellt hat.

68 Prozent der Befragten hatten auf die Frage nach der Selbsteinschätzung ihrer Gesundheit mit "gut", "sehr gut" oder "ausgezeichnet" geantwortet. Diese Einschätzung scheint in den vergangenen Jahren stabil geblieben zu sein, denn bei einer weitgehend identischen Umfrage 2008 hatte ein gleich großer Anteil der Befragten mit den Aussagen "gut", "sehr gut" oder "ausgezeichnet" geantwortet.

Um ihre Gesundheit zu erhalten, vertrauen die Bundesbürger nach eigenen Angaben vor allem sich selbst. Sie achten laut Selbsteinschätzung vor allem auf ihre Ernährung und Sport: 87 Prozent gaben an, sich im letzten Monat regelmäßig bewegt zu haben, 84 Prozent sagten, sie ernährten sich gesund. 81 Prozent gaben an, wenig Alkohol zu trinken, 74 Prozent antworteten, sie vermieden Stress so gut es ginge, 65 Prozent gaben an, nicht zu rauchen. Das deckt sich nicht ganz mit den Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes, nach denen mittlerweile mehr als jeder zweite Deutsche übergewichtig ist.

17 Prozent der Befragten gaben an, sie nähmen an Präventionskursen teil. Das ist über Deutschland hinweg betrachtet mehr oder weniger gleich. Zwischen den Bundesländern gibt es nur geringe Unterschiede im Antwortverhalten zu Ernährung, Sport und Vorbeugung. Allerdings schränkt die ABDA ein, der hohe Anteil an Antworten zu gesundem Verhalten zur Prävention sei wohl auf sozial erwünschtes Antwortverhalten zurückzuführen. Zudem neigen Menschen dazu, ihre eigene Gesundheit zu positiv einzuschätzen. So hat kürzlich eine Studie der Universität Duisburg-Essen und des Helmholtz Zentrums München ergeben, dass viele Menschen mit hohem Diabetes-Risiko ihre Erkrankungsgefahr unterschätzen (wir berichteten).

Betrachtet man das Verhalten der Befragten genauer, wird deutlich, dass in Deutschland nach wie vor etwas mehr als jeder Vierte gelegentlich oder dauerhaft raucht. Entsprechende Antworten gaben 28 Prozent der Befragten. Auch diese Einstellung blieb in den letzten Jahren weitgehend konstant, 2008 gaben 27 Prozent entsprechende Antworten.

Auch auf die Frage, wer genau in Deutschland raucht, hat die ABDA eine Antwort: Es sind vor allem Männer und junge Menschen in NRW. Männer gaben zu 33 Prozent an, gelegentlich oder dauerhaft zu rauchen, bei den Frauen waren es 24 Prozent. Mit 38 Prozent rauchen die 16- bis 29-Jährigen am meisten, in der Kategorie 65 Jahre und älter waren es dagegen elf Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt also der Anteil der Nichtraucher, so scheint es. Die meisten Raucher wohnen in NRW (auch 33 Prozent), die wenigsten in Hessen (21 Prozent).

Methodik der Umfrage

- 3415 Bürger ab 16 Jahren aus zufällig ausgewählten Haushalten wurden telefonisch befragt

- Untersuchungszeitraum: April und Mai 2017

- Gewichtung der Daten je Bundesland nach Alter, Geschlecht und Personenzahl im Haushalt, auf Bundesebene proportional nach Bundesland

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