Ärzte Zeitung online, 28.08.2017

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Zur STI-Info kommen Ärzte in die Schule

Mit Beginn des neuen Schuljahres startet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein Modell zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten.

KÖLN. Vor dem Hintergrund unzureichenden Wissens bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen über die Übertragungsrisiken, Schutzmöglichkeiten und Symptome von sexuell übetragbaren Krankheiten (STI) bietet die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung mit Beginn des neuen Schuljahres bundesweit Informationsstunden zu STI in Schulen an. Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung gefördert.

Die Ärztliche Gesellschaft für Gesundheitsförderung hat das Ziel, die schulische Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen um einen ärztlichen präventiven Aspekt zu ergänzen und zu erweitern sowie ein niedrigschwelliges aufsuchendes Beratungsgespräch für Menschen mit Migrationshintergrund anzubieten. Der Verein zählt etwa 75 Mitglieder im gesamten Bundesgebiet. Er steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

Die Ärztinnen und Ärzte sprechen mit den Jugendlichen in Mädchen- und Jungengruppen in vertraulicher Atmosphäre ab der achten Klasse. Wichtige Themen sind dabei neben der Kenntnis verschiedener STI die Übertragungsrisiken, Schutzmaßnahmen wie Safer Sex und Impfen, aber auch die Kommunikation mit dem Partner. Informiert wird auch über weitere Beratungs- und Behandlungsangebote.

"Das Modellprojekt soll im Bereich der HIV/STI-Prävention in der Lebenswelt Schule die umfangreiche Arbeit der BZgAS ergänzen", erklärte die Leiterin der BZgA, Dr Heidrun Thaiss. Dadurch werde die Handlungskompetenz junger Menschen gestärkt. Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes: "Gerade im Jugendalter beschäftigen sich Menschen mit Sexualität. Dies ist ein guter Zeitpunkt, sie in die Lage zu versetzen, Risiken zu vermeiden, die sie ein Leben lang bereuen könnten." (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »