Ärzte Zeitung online, 27.08.2019

Brandenburg

Honorarplus im Rheumavertrag

POTSDAM. Für Brandenburger Ärzte, die am Rheuma-Strukturvertrag mit der AOK Nordost teilnehmen, gibt es mehr Geld. Darauf haben sich die KV Brandenburg (KVBB) und die Kasse verständigt.

„Im Sinne einer guten medizinischen Versorgung unserer Versicherten stehen alle unsere Versorgungsverträge regelmäßig auf dem Prüfstand und werden bedarfsgerecht weiterentwickelt“, sagt Pramono Supantia, Leiter Programme und Verträge im Versorgungsmanagement der AOK Nordost. Die Honorarerhöhung solle dem Mehraufwand für eine intensivere Versorgung der Versicherten Rechnung tragen. Angesichts der hohen Strukturqualität seien alle Pauschalen um fünf Prozentpunkte angehoben worden, heißt es im Mitteilungsblatt der KVBB.

KV-Chef Dr. Peter Noack zeigte sich erfreut, weil die neue Vergütungslösung den ärztlichen Aufwand angemessener abbilde. „Der Rheuma-Strukturvertrag liegt der KVBB besonders am Herzen. Gemeinsam mit der AOK Nordost haben wir seit geraumer Zeit viele Varianten der Vergütungsanpassung entwickelt und analysiert“, so Noack. Er verwies auf „die hervorragenden Ergebnisse der Qualitätsbefragungen der teilnehmenden Versicherten“.

Der Vertrag zur abgestimmten haus- und fachärztlichen Versorgung von Rheuma-Patienten in Brandenburg besteht seit 2011. In diesem Rahmen betreuen aktuell 309 Hausärzte und 26 Rheumatologen rund 3300 Patienten. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung mit Früherkennung und einem schnellen Therapiebeginn zu verlangsamen oder ganz aufzuhalten. Dazu überweist der Hausarzt bei Verdacht auf Rheuma direkt an den Rheumatologen zur Diagnosestellung und Therapieeinleitung.

Für die Früherkennung erhält der Hausarzt eine Pauschale von 12,75 Euro. Wird die Diagnose vom Rheumatologen bestätigt, kommen nochmals 12,75 Euro hinzu. Koordinierung und zusätzlicher Betreuungsaufwand werden dem Hausarzt mit 8,50 Euro vergütet.

Bei der Therapie selbst arbeiten Hausarzt und Rheumatologe eng zusammen. Die intensive Betreuung soll auch Komplikationen und Spätfolgen verhindern. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhte Gefahr durch Hantaviren

In Deutschland häufen sich Erkrankungen durch Hantaviren. Erstmals seit langem besteht sogar der Verdacht auf einen Todesfall. Das Robert Koch-Institut warnt. mehr »

Ärztliche Widersprüchlichkeit beim Thema Datensicherheit

Ob die Digitalisierung des Gesundheitswesens gelingt, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten aller Akteure ab, die Datensicherheit zu gewährleisten. Doch daran hakt es, wie der Skandal um ungeschützte Radiologie-Daten beweist. mehr »

Pflegedienst übernimmt ärztliche Tätigkeiten

Ein kleines Projekt – mit vielleicht großer Wirkung: Um die vielen Hausbesuche zu bewältigen, arbeitet Hausarzt Dr. Armin Saak eng mit dem ambulanten Pflegedienst zusammen. Eine Kooperation, bei der alle gewinnen sollen. mehr »