Ärzte Zeitung online, 28.11.2013

Bayern

HzV mit der BKK Bosch optimiert

Haus- und Fachärzte sollen sich effizienter vernetzen können - das ist eine von vielen Erweiterungen, die im überarbeiteten Vertrag zwischen Bayerns Hausärzteverband und der BKK Bosch festgeklopft wurden.

MÜNCHEN. Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) und die Bosch BKK haben ihren Hausarztvertrag in Sachen Honorierung zum 1. Januar 2014 angepasst. Darüber hinaus wurde auch eine bessere fachärztliche Betreuung von Patienten im Oberallgäu vereinbart.

Bei den Änderungen im Hausarztvertrag gehe es um eine adäquate Honorierung, etwa für die Betreuung chronisch Kranker und von Patienten im Pflegeheim, teilten die Vertragspartner mit.

"Die mit der Bosch BKK vereinbarten Neuerungen bilden die hausärztliche Tätigkeit etwa durch eine verstärkte Gewichtung der Patientenbetreuung in der psychosomatischen Grundversorgung und der Heimbetreuung ab", erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Dieter Geis.

Neu sei außerdem die Verknüpfung des Hausarztprogramms mit Verträgen zur fachärztlichen Betreuung auf der Grundlage der Integrierten Versorgung. "Vertraglich haben wir mit diesen Regelungen die Grundlage gelegt, damit sich Haus- und Fachärzte stärker vernetzen können", erklärt der Vorstand der Bosch BKK Bernhard Mohr.

Bundesweite Vereinbarung mit Psychotherapeuten

Die Bosch BKK hat mit der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung eine bundesweite Vereinbarung getroffen, die Patienten einen schnellen Zugang zu einer akuten Psychotherapie ermöglichen soll.

Diese dauert maximal 15 Stunden und wird höher als in der Regelversorgung vergütet. Sollte darüber hinaus weitere Psychotherapie notwendig sein, verzichtet die Kasse auf das sonst notwendige Gutachterverfahren.

Eine zweite Vereinbarung gibt es mit dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, insbesondere für Patienten mit unspezifischem Rückenschmerz. Dabei wird besonders das Gespräch mit dem Patienten, also die "sprechende Medizin", honoriert.

Dem liegt nach Angaben der Vertragspartner die Erkenntnis zugrunde, dass die Ursachen für Rückenschmerz häufig im beruflichen und privaten Lebensumfeld begründet sind oder psychisch bedingt sein können. Der Befundaustausch mit Hausarzt oder Psychotherapeut wird deshalb zusätzlich vergütet.

Verband sieht zukunftsweisendes Modell

Im Oberallgäu arbeiten neben dem Bayerischen Hausärzteverband auch der Hausarztverein sowie der Facharztverein Oberallgäu mit der Bosch BKK zusammen.

Beteiligt sind auch der Klinikverbund Kempten-Oberallgäu, das Bezirkskrankenhaus Kempten und die Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie der Deutschen Rentenversicherung Schwaben.

Der Bayerische Hausärzteverband sieht nach eigenen Angaben in der Verknüpfung von haus- und fachärztlichen Verträgen ein zukunftsweisendes Modell in der Verbesserung der Schnittstellenproblematik der Versorgungsebenen Hausarzt-Facharzt-Krankenhaus. (sto)

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