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EU-Statistik

Gesunde Herzen rund ums Mittelmeer

Wie gesund ist Europa? Eine neue Statistik bringt Aufklärung: Im Mittelmeerraum sterben die Menschen seltener an KHK und Co. Dafür ist Deutschland Europameister bei den Klinikbetten.

Von Thomas Friedrich Veröffentlicht:
Nicht in jedem EU-Land weht der gleiche Wind. Die Gesundheit der Bürger unterscheidet sich sehr.

Nicht in jedem EU-Land weht der gleiche Wind. Die Gesundheit der Bürger unterscheidet sich sehr.

© Jochen Tack / imago

BRÜSSEL. In den Mittelmeerregionen sterben deutlich weniger Menschen an Herz- und Kreislauferkrankungen als in anderen Teilen Europas. Auch in Großstädten wie Madrid und Marseille liegt die Todesrate deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Eurostat-Jahrbuch 2012 für die EU-Länder hervor. Im Jahr 2010 lag die Sterblichkeit aufgrund ischämischer Erkrankungen EU-weit bei über 40 Prozent.

Die höchste Lebenserwartung weisen Franzosen und Spanier auf. Grund dafür seien der moderate Rotweinkonsum zu Mahlzeiten und die mediterrane, fettarme Küche basierend auf Olivenöl, heißt es im Jahrbuch.

Am niedrigsten war die Sterberate aufgrund koronarer Erkrankungen mit 104,3 auf 100.000 Einwohner in der Region Ile de France rund um Paris, dem Département Rhone-Alpes rund um Lyon (116,9) und der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur (118,1).

Dies liege nicht allein an Rotwein und Olivenöl, so die Statistiker, sondern sei wesentlich auf die überdurschnittlich qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sowie den Zugang zu spezialisierten Gesundheitszentren zurückzuführen.

Auch bei Todesfällen aufgrund von Krebs verzeichnete Südfrankreich 2010 die niedrigsten Sterberaten, zusammen mit Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Am höchsten lag die Sterberate bei malignen Neoplasmen in Ungarn mit 258 Toten pro 100.000 Einwohner.

Bei Frauen ist nach wie vor Brustkrebs EU-weit die häufigste Todesursache. Die meisten an Brustkrebs erkrankten Frauen sterben im niederländischen Friesland (35,9 auf 100.000 Einwohner) und in Trier (31,7). Die geringsten Brustkrebstodesfälle verbucht Cantabria in Spanien (15,2) und Ionia Nisi in Griechenland (15,3).

Höchste Arztdichte in den Hauptstädten

In der medizinischen Versorgung zeigt sich, dass die Zahl der Krankenhausbetten im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich zurückging. 2010 gab es in den 27 EU-Staaten insgesamt 2,76 Millionen Betten. Dabei kommen 550 Krankenhausbetten auf 100.000 Einwohner.

Betten-Europameister darf sich Deutschland nennen mit 822,9 Betten, gefolgt von Österreich mit 765 Betten und 715 Betten in Ungarn. Die geringste Bettendichte findet sich in den Mittelmeerstaaten Spanien (319,3) und Portugal (334,9) gefolgt von Großbritannien mit 330,2 Betten.

Besonders gut ausgestattet sind die Hauptstädte in der EU. Im Landesvergleich ist dort nicht nur die Bettendichte am höchsten, sondern es gibt gleichzeitig einen hohen Anteil an Fachärzten.

Ausnahmen bilden hier Berlin und Stockholm, die im Vergleich zu anderen Regionen ihres Landes mit einer eher niedrigen Bettendichte aufwarten.

Hingegen liegt Berlin bei der Dichte der niedergelassenen Ärzte unter Europas Hauptstädten mit an der Spitze - zusammen mit Prag, Wien, Madrid und der dänischen Hauptstadtregion Hovedstaden.

Im Vergleich der Länder liegt das italienische Ligurien mit 800 niedergelassenen Ärzten pro 100.000 Einwohner vorn, gefolgt vom spanischen Ceuta, Prag und Wien mit je 600 Ärzten pro 100.000 Einwohner.

Den Abschluss bei der Versorgung mit niedergelassenen Ärzten bilden Slowenien, Finnland und sechs polnische Regionen mit weniger als 200 Ärzten. Schlusslicht ist Muntenia in Südrumänien mit weniger als 150 Ärzten.

Bericht unter: http://tinyurl.com/8g79orq

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