Ärzte Zeitung online, 04.02.2016
 

Weltkrebstag

Jeder zweite Mann erkrankt an Krebs

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland. Etwa jeder zweite Mann erkrankt in seinem Leben an Krebs, berichtet das Zentrum für Krebsregisterdaten anlässlich des Weltkrebstags. Frauen sind seltener betroffen.

BERLIN. In Deutschland erkranken rund 43 Prozent der Frauen und etwa jeder zweite Mann (51 Prozent) im Laufe ihres Lebens an Krebs. Das berichtet das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar.

Viele Erkrankte sterben an den Folgen. Es sei jeder fünfte Todesfall bei Frauen und jeder vierte bei Männern auf Krebs zurückzuführen, teilt das ZfKD weiter mit. Damit sei Krebs nach Herz- und Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland.

Krebsrisiko lässt sich reduzieren

Doch die Experten machen Mut: Das Krebsrisiko lasse sich beeinflussen, schreiben sie. Wer auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet, sich gesund ernährt und ausreichend bewegt, könne das Krebsrisiko reduzieren, führt das ZfKD aus.

Das bestätigt Professor Olaf Ortmann, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): "Wir haben Belege dafür, dass eine nachhaltige Verhaltensänderung tatsächlich etwas bringt".

Er rät: "Wer also etwas für sich tun möchte, sollte sich ausgewogen ernähren, tierische Fette reduzieren, mehr Gemüse essen, Normalgewicht halten oder anstreben und sich täglich körperlich betätigen."

Rauchen und Alkohol erhöht Krebsgefahr

Ob Krebs entsteht, hängt von vielen Faktoren ab. Ein ungesunder Lebensstil sei einer davon, führt Ortmann aus.

"Unter den schädigenden Verhalten hat das Tabakrauchen zweifellos den deutlichsten Effekt. Wir wissen heute, dass das Krebsrisiko bei chronischem Nikotinmissbrauch ungefähr um das 10- bis 20-Fache steigt", sagt der DKG-Vorstand im Interview.

Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten zeigt sich besonders am Alkoholkonsum und am Rauchen, wie gefährlich eine ungesunde Lebensweise ist.

So habe eine eigene Analyse gezeigt, dass in Deutschland jährlich etwa 13.000 Krebsfälle auf Alkohol und 72.000 Tumorerkrankungen auf Rauchen zurückzuführen sind, berichtet das ZfKD. (ths)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »