Ärzte Zeitung, 26.07.2016

Gesundheitsversorgung

Hamburg will Mittel aus Innovationsfonds

In zwei sozial schwachen Stadtteilen soll die Gesundheitsversorgung neu organisiert werden.

HAMBURG. Mit Mitteln aus dem Innovationsfonds will das Hamburger Projekt INVEST die gesundheitlichen Chancen in zwei sozial schwachen Stadtteilen verbessern.

Geplant ist, in Billstedt und Horn ein sektorenübergreifendes Versorgungsmodell aufzubauen. Dazu soll in den Stadtteilen, in denen 108 000 Menschen leben, die Gesundheitsversorgung neu organisiert werden. Eingebunden werden soll der öffentliche Gesundheitsdienst. Zudem sollen medizinische und soziale Einrichtungen besser vernetzt werden. Genutzt werden sollen digitale Kommunikationskanäle - zwischen den Ärzten, aber auch zwischen Ärzten und Patienten.

So soll die Arzneimitteltherapie unterstützt, sollen Falschmedikationen und Überdosierungen vermieden werden. Angestrebt wird auch ein niedrigschwelliger Zugang zu Angeboten der Gesundheitsberatung.

Zur Vorbereitung des Projekts hat die OptiMedis AG im vergangenen Jahr die gesundheitliche Situation in Billstedt und Horn analysiert. Auf dieser Grundlage wurde ein Konzept erstellt, das nun die inhaltliche Grundlage für den Antrag an den Innovationsfonds bildet. Die Analyse habe gezeigt, dass die Bewohner in den beiden Stadtteilen früher und häufiger an chronischen Krankheiten wie Diabetes, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und die Lebenserwartung niedriger sei. Mit den Fördermitteln aus dem Innovationsfonds soll das neue Versorgungsmodell die ersten drei Jahre finanziell getragen werden.

Hinter INVEST steht die regionale Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn. Sie wurde in diesem Jahr durch die OptiMedis AG, das Ärztenetz Billstedt/Horn, die SKH Stadtteilklinik Hamburg GmbH und den NAV Virchowbund gegründet.

Der Innovationsfonds soll dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung in Deutschland qualitativ weiterzuentwickeln. Dazu werden in den Jahren 2016 bis 2019 225 Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt, weitere 75 Millionen Euro gehen in die Versorgungsforschung. Die Mittel kommen von den gesetzlichen Kassen und aus dem Gesundheitsfonds. Der beim Gemeinsamen Bundesausschuss angesiedelte Innovationsausschuss entscheidet über die Mittelvergabe. (chb)

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