Ärzte Zeitung online, 29.08.2017

Nordrhein-Westfalen

Kommunikation bei Verdacht auf Kindesmisshandlung soll verbessert werden

KÖLN. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) Dr. Theodor Windhorst unterstützt die Absicht der schwarz-gelben Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, die Kommunikation von Ärzten bei Verdacht auf Kindesmisshandlung zu erleichtern.

"Jede Verbesserung in diesem schwierigen Feld kommt den schwächsten und am meisten schutzbedürftigen unserer Patienten zugute", sagt Windhorst. Ärzte müssten sich in einem geschützten Raum über eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls austauschen können.

"Zur Verbesserung des Kinderschutzes werden wir den interkollegialen Ärzteaustausch zur Verhinderung von doctor-hopping und Gewalt gegen Kinder ermöglichen und den Ärztinnen und Ärzten Rechtssicherheit geben", heißt es im Koalitionsvertrag von CDU und FDP.

Es sei selbstverständlich, dass der Austausch zwischen Kinderärzten, wie er etwa in dem "Risiko-Kinder-Informationssystems Riskid" erfolgt, eine sehr sorgfältige Abwägung und klare Regeln erfordere, betont der ÄKWL-Präsident. "Die Arztpraxis ist auch in Zukunft ein Ort des vertraulichen Gesprächs."

Doch der Kinderschutz habe Vorrang, und in einer solchen speziellen Situation dürfe die grundsätzliche Schweigepflicht des Arztes einmal zurückstehen. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 200 Beratungsstellen als Ansprechpartner bei Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf dem Weg zum Bluttest

Demenz-Diagnose ganz einfach per Biomarker: Serumtests auf Beta-Amyloid und Tau könnten in naher Zukunft recht genau anzeigen, wer gerade in eine Demenz abgleitet. mehr »

Herzschutz ist auch Schutz vor Demenz

Wer mit 50 Jahren nicht raucht, nicht dick ist, sich gesund ernährt, Sport treibt und normale Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte hat, der kann seine Hirnalterung um mehrere Jahre verzögern. mehr »

Das Oktoberfest im Gesundheits-Check

Laute Menschenmassen, Hendl und sehr, sehr viel Bier: Kann das noch gesund sein? Ein Blick auf das Oktoberfest aus Gesundheitssicht. mehr »