Ärzte Zeitung online, 10.07.2018

Mecklenburg-Vorpommern

Neue Wege in künftiger Versorgung

Bei der geriatrischen und pädiatrischen Versorgung geht Mecklenburg-Vorpommern neue Wege.

GREIFSWALD. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Versorgung vermehrt regionale Projekte in den Blick.

"Das sind keine Konzepte vom grünen Tisch, sondern Lösungen aus der Praxis, in denen die regionalen Bedarfe und Möglichkeiten berücksichtigt werden", betonte der Direktor des Instituts für Community Medicine, Professor Wolfgang Hoffmann, bei der Vorstellung der Konzepte im Rahmen eines Symposiums in Greifswald.

Bis zum Jahr 2030 wird sich in Mecklenburg-Vorpommern der Einwohneranteil im Alter von 65 Jahren oder älter auf dann 36 Prozent erhöhen. Die Bevölkerungszahl im Nordosten wird bis dahin voraussichtlich auf nur noch 1,45 Millionen Menschen zurückgehen. Drei Konzepte zeigen, wie man auf die Entwicklung reagieren will:

- Tandempraxen mit Haus- und Kinderärzten. Pädiater und ihre Mitarbeiter können bei diesem Modell Sprechstunden in allgemeinmedizinischen Praxen anbieten. Erste Modelle sollen in Goldberg und Woldegk getestet werden. Laut Projektleiterin Neeltje van den Berg laufen dort bereits die Vorbereitungen für den Start.

- Regionale und digitale Fallakte für die geriatrische Versorgung. Sie soll Diagnostik- und Therapieschritte, Befunde und Berichte von allen in die Behandlung eingebundenen Akteuren dokumentieren. Das Modell soll in der Region Waren an der Müritz erprobt werden.

- Pflegeeinrichtungen werden mit Palliativversorgern wie Hausärzten und SAPV-Teams enger vernetzt. Pflegekräfte erhalten zusätzliche Qualifizierungen, um den Bedarf für Palliativversorgung zu erkennen und Partner einzubeziehen. An dem Modell können sich stationäre Pflegeeinrichtungen aus dem Bundesland beteiligen.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) begrüßte die Ansätze. "Die Versorgung muss stärker an den regionalen Gegebenheiten ausgerichtet werden", sagte Glawe. Als zentrale Elemente nannte er die Nutzung der Telemedizin, Fachkräftegewinnung und neue Formen der Arbeitsteilung. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »