Ärzte Zeitung, 16.12.2012

Nordrhein

Morbi-Feedback für bessere Kodierung

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Mit einem neuen Verfahren will die KV in Nordrhein den Hausärzten die Übersicht über ihre Kodierung erleichtern - und sie so verbessern.

Von Ilse Schlingensiepen

DÜSSELDORF. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) will herausfinden, ob sich über Feedback-Meldungen die Kodierqualität der niedergelassenen Ärzte verbessern lässt.

"Ziel ist, dass jeder Arzt mit seiner Abrechnung eine Übersicht darüber erhält, wie er kodiert hat und wie nah er damit am Durchschnitt seiner Fachgruppe ist."

Das berichtete der Vorsitzende des KVNo-Ausschusses Qualitätsindikatoren/Right Coding Dr. Hans-Reinhard Pies auf der KVNo-Vertreterversammlung.

Die KV arbeitet dabei mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) zusammen.

Vorbild für die Kodierberichte sollen die Feedback-Bögen sein, die das ZI den niedergelassenen Ärzten schickt, die an einem Disease Management Programm in Nordrhein teilnehmen.

In den Berichten zur Kodierqualität sollen die Ärzte nur Informationen zu einigen wesentlichen Punkten erhalten, sagte Pies der "Ärzte Zeitung". So soll etwa die Häufigkeit von Verdachtsdiagnosen gemessen werden.

Geplant ist auch die Darstellung der Häufigkeit, mit der bestimmte typische Diagnosen wie Diabetes, COPD, Hypertonie oder koronare Herzkrankheit in den Praxen auftreten.

"Wenn ich bei einzelnen Diagnosen stark vom Durchschnitt der Praxen abweiche, muss ich mich fragen, woran es liegt", sagte er. Unterschiede müssten nicht auf Fehler oder Versäumnisse beim Kodieren zurückzuführen sein.

Es sei aber wichtig, dass die Ärzte sensibel für das Thema werden und sich mit den Gründen für die Abweichungen auseinandersetzen.

Das neue Verfahren soll im zweiten Quartal 2013 zunächst in 100 Hausarztpraxen getestet werden. "Wir wollen feststellen, ob es praxistauglich ist", sagte Pies. Entscheidend sei, dass die Berichte verständlich und einfach zu handhaben sind. "Wenn es funktioniert, wird es allen Ärzten angeboten", kündigte er an. Jeder müsse selbst überlegen, ob er diese Art "Morbi-Feedback" nutzen wolle oder nicht. "Es ist ein freiwilliges Angebot zur Überprüfung der Kodierqualität."

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