Ärzte Zeitung, 27.05.2014

GOÄ-Reform

Kritik an Ärztepräsident wird lauter

DÜSSELDORF. Nach NAV-Virchow-Bund und Fachärzteverband attackiert nun auch der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) den Ärztekammerpräsidenten Professor Frank Ulrich Montgomery wegen der GOÄ-Reform.

"Es ist unerträglich über Kompromisse, Kompensation und Gegenfinanzierung in der GOÄ zu verhandeln", monierte am Montag BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zu Wochenbeginn. Montgomery hatte kürzlich angekündigt, mit der Erneuerung des Regelwerkes zur Privatabrechnung werde es "nicht weniger Geld" und "nicht nur Gewinner geben".

Zum 117. Deutschen Ärztetag fordert der BDU, "die GOÄ mit festen Preisen zu novellieren und einen sofortigen Inflationsausgleich für die bestehende GOÄ einzuführen".

Verbandschef Schroeder kündigte zur diesjährigen Standesversammlung Diskussionsbedarf an: "Die bisherige Verhandlungsstrategie unseres Ärztekammerpräsidenten wird die deutsche Ärzteschaft nicht länger akzeptieren". (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[27.05.2014, 21:30:36]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Lachnummer oder Realsatire?
Entschuldigung, aber ist es nicht eine realsatirische Lachnummer, wenn der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Professor h. c. (HH) Dr. med. Frank Ulrich Montgomery wegen der GOÄ-Reform angekündigt, mit der Erneuerung des Regelwerkes zur Abrechnung bei Privatpatienten werde es "nicht weniger Geld" und "nicht nur Gewinner geben", b e v o r eine Neue Gebührenordnung für Ärzte als GOÄ-neu überhaupt existiert.

Zur Erinnerung:
Die BÄK hat nicht nur mit dem radiologischen Kollegen Montgomery die zu ihrer K e r n k o m p e t e n z gehörende Reform der GOÄ jahrzehntelang verschlafen:
• GOÄ-Systematik auf dem Stand vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218)
• GOÄ-Punktwert-Anhebung in 31 Jahren (1983-2014) um 14 %
• kalkulatorischer Punktwert 10 (1983), 11 (1988), 11,4 Pfennige (1996)
• jährlicher Punktwertanstieg in 31 Jahren durchschnittlich plus 0,45 % per annum.

Zuletzt wurde ex post ein völlig absurder Inflationsausgleich rückwirkend ab 1996 in Höhe von 30,4 Prozent vom BÄK-Vorstand gefordert und zugleich verschwiegen, dass es in den 18 vergangenen Jahren bis auf einen Punktwertanstieg von w e n i g e r als einem halben Prozent/Jahr auf Betreiben der BÄK überhaupt keinen Inflations- und Kostensteigerungs-Ausgleich gegeben hat. Zeitgleich hat die BÄK in aller Seelenruhe zugeschaut, wie es zu überwiegend Facharzt- und Technik-lastigen, völlig unkontrollierten Mengenausweitungen mit immer obskureren Analog-Anwendungen bei den GOÄ-Abrechnungen zu Lasten der privat Krankenversicherten und der Privaten Krankenversicherer (PKV) gekommen ist.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »