GOÄ-Reform

Kritik an Ärztepräsident wird lauter

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Nach NAV-Virchow-Bund und Fachärzteverband attackiert nun auch der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) den Ärztekammerpräsidenten Professor Frank Ulrich Montgomery wegen der GOÄ-Reform.

"Es ist unerträglich über Kompromisse, Kompensation und Gegenfinanzierung in der GOÄ zu verhandeln", monierte am Montag BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zu Wochenbeginn. Montgomery hatte kürzlich angekündigt, mit der Erneuerung des Regelwerkes zur Privatabrechnung werde es "nicht weniger Geld" und "nicht nur Gewinner geben".

Zum 117. Deutschen Ärztetag fordert der BDU, "die GOÄ mit festen Preisen zu novellieren und einen sofortigen Inflationsausgleich für die bestehende GOÄ einzuführen".

Verbandschef Schroeder kündigte zur diesjährigen Standesversammlung Diskussionsbedarf an: "Die bisherige Verhandlungsstrategie unseres Ärztekammerpräsidenten wird die deutsche Ärzteschaft nicht länger akzeptieren". (cw)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Lachnummer oder Realsatire?

Entschuldigung, aber ist es nicht eine realsatirische Lachnummer, wenn der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Professor h. c. (HH) Dr. med. Frank Ulrich Montgomery wegen der GOÄ-Reform angekündigt, mit der Erneuerung des Regelwerkes zur Abrechnung bei Privatpatienten werde es "nicht weniger Geld" und "nicht nur Gewinner geben", b e v o r eine Neue Gebührenordnung für Ärzte als GOÄ-neu überhaupt existiert.

Zur Erinnerung:
Die BÄK hat nicht nur mit dem radiologischen Kollegen Montgomery die zu ihrer K e r n k o m p e t e n z gehörende Reform der GOÄ jahrzehntelang verschlafen:
• GOÄ-Systematik auf dem Stand vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218)
• GOÄ-Punktwert-Anhebung in 31 Jahren (1983-2014) um 14 %
• kalkulatorischer Punktwert 10 (1983), 11 (1988), 11,4 Pfennige (1996)
• jährlicher Punktwertanstieg in 31 Jahren durchschnittlich plus 0,45 % per annum.

Zuletzt wurde ex post ein völlig absurder Inflationsausgleich rückwirkend ab 1996 in Höhe von 30,4 Prozent vom BÄK-Vorstand gefordert und zugleich verschwiegen, dass es in den 18 vergangenen Jahren bis auf einen Punktwertanstieg von w e n i g e r als einem halben Prozent/Jahr auf Betreiben der BÄK überhaupt keinen Inflations- und Kostensteigerungs-Ausgleich gegeben hat. Zeitgleich hat die BÄK in aller Seelenruhe zugeschaut, wie es zu überwiegend Facharzt- und Technik-lastigen, völlig unkontrollierten Mengenausweitungen mit immer obskureren Analog-Anwendungen bei den GOÄ-Abrechnungen zu Lasten der privat Krankenversicherten und der Privaten Krankenversicherer (PKV) gekommen ist.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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