Ärzte Zeitung, 18.12.2015

Kommentar zum Schrittmacher-Hacken in der neuen EBM-Leistung

Fehlstart in die Telemedizin

Von Hauke Gerlof

Vor fast vier Jahren hat die Selbstverwaltung den gesetzlichen Auftrag erhalten, festzustellen, welche Leistungen aus dem EBM telemedizinisch erbracht werden können. Das, was jetzt nach 48 Monaten herausgekommen ist - und von der KBV als Einstieg in die Telemedizin im EBM verkauft wird - macht fassungslos.

Dem Gesetzgeber, den Ärzten und den Patienten wird eine neue Leistung präsentiert, die nichts anderes ist als ein Potemkinsches Dorf: Hinter den Fassaden ist nichts zu finden, das der Telemedizin dient - außer vielleicht, dass es nun überhaupt eine Telemedizin-Ziffer gibt, zu der weitere hinzukommen könnten.

Über den Umweg der EBM-Nr. 13552 hat sich die telemedizinische Überwachung von Herzschrittmachern und Defibrillatoren in der Realität zu einem von vielen Kardiologen genutzten Beispiel für die effizienzsteigernden Möglichkeiten der Telemedizin entwickelt.

Die Ressource Arzt wird geschont, die Patienten werden besser versorgt. Und von den KVen ist dieses Modell offenbar weithin akzeptiert worden.

Dass diese Versorgungsvorteile offenbar auf Druck der Kassen für die große Gruppe der Herzschrittmacherpatienten gestrichen werden, ist nicht nachvollziehbar, denn in der Versorgungsrealität ist das ein Rückschritt. So werden Aufträge des Gesetzgebers ad absurdum geführt. Der nächste Auftritt für den Staatskommissar?

Lesen Sie dazu auch:
Schrittmacher-Haken in der neuen EBM-Leistung

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