Ärzte Zeitung, 04.03.2016

Neue GOÄ

Kein eigenes Kapitel für Hausärzte

NEU-ISENBURG. Die Hausärzte werden in der neuen GOÄ kein eigenes Kapitel mit Leistungen bekommen, auf die sie exklusiv Zugriff haben. Das hat Dr. Theodor Windhorst, Verhandlungsführer der Bundesärztekammer (BÄK) in Sachen neue GOÄ, der "Ärzte Zeitung" auf Anfrage gesagt. "Der Sonderärztetag hat ausdrücklich entschieden, dass es keine EBM-isierung der GOÄ geben darf, und genau das wäre ein arztgruppenspezifisches Kapitel mit exklusivem Zugriff für eine Fachgruppe", so Windhorst zur Begründung. Das zukünftige Kapitel B werde aber mit Allgemeine Leistungen/Allgemeinmedizin überschrieben sein, so dass die hausärztlichen Leistungen in der neuen GOÄ auch abgebildet würden, so Windhorst.

Ausdrücklich dementierte Windhorst Gerüchte, die in den vergangenen Tagen aufgekommen waren, nach denen die BÄK bereits eine Aufstellung mit sämtlichen Leistungen und Bewertungen an das Bundesgesundheitsministerium übergeben habe.

 Auch aus der PKV gab es dazu ein klares Dementi. "Wir sind damit auch noch gar nicht ganz fertig", sagte der GOÄ-Verhandlungsführer.Zunächst werde es am 8. März das Treffen mit den Ärzteverbänden mit Informationen zum Verhandlungsstand zur GOÄ geben.

Der weitere Zeitplan werde im Anschluss daran im Vorstand festgelegt.Windhorst betonte, dass ihm die zugesagte Transparenz im Verhandlungsprozess mit der Beihilfe und der PKV zur GOÄ sehr wichtig sei. Er warnte aber davor, die neue GOÄ aufgrund von Partikularinteressen einzelner Verbände zu zerreden.

Die Aufträge des Sonder-Ärztetages im Januar habe die BÄK sofort in den Verhandlungsprozess eingebracht und dort auch bereits Änderungen erreicht und mit den Verhandlungspartnern konsentiert. So sei das Wort "Weiterbildungsrecht" im Paragraf 1 Absatz 2 der neuen GOÄ im Zusammenhang mit der Honorierung von erbrachten Leistungen gestrichen worden. (ger)

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