Ärzte Zeitung, 23.06.2016

Ab Juli

Neue EBM-Leistungen für Betreuung in Pflegeheimen

KBV und Kassen haben neue Leistungen beschlossen, die die medizinische Versorgung in Pflegeheimen verbessern sollen. Dafür wird zum 1. Juli ein neues Kapitel im EBM geschaffen. Es gibt auch neue Delegations-Möglichkeiten.

Von Hauke Gerlof

Neue EBM-Leistungen für Betreuung in Pflegeheimen

Die neuen Leistungen können von Ärzten abgerechnet werden, die mit Heimen spezielle Kooperationsverträge abgeschlossen haben,

© JulieanneBirch / iStock

BERLIN. Eine intensive, vertraglich vereinbarte Kooperation zwischen Hausärzten und Pflegeheimen soll sich in Zukunft besser auszahlen als bisher.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen haben am Mittwoch ein umfangreiches Paket mit neuen Leistungen im EBM verabschiedet.

Bereits zum 1. Juli wird im EBM das Kapitel 37 neu eingeführt. In dem Kapitel geht es um Leistungen für die Berechnung zusätzlicher ärztlicher Kooperations- und Koordinationsaufgaben.

Delegation: Mehr Möglichkeiten

Die Leistungen können von Ärzten abgerechnet werden, die mit Heimen spezielle Kooperationsverträge abgeschlossen haben - zusätzlich zu bisher schon möglichen Leistungen wie Versichertenpauschale, Chronikerzuschlägen, Geriatrieleistungen und Heimbesuchen.

Über die neuen Positionen soll der erhöhte Aufwand im Kooperationsvertrag honoriert werden: Unter anderem geht es um die Koordination von diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen sowie der pflegerischen Versorgung, die Kooperation mit weiteren Ärzten und einbezogenen Pflegefachkräften, um den Besuch des Patienten und patientenorientierte Fallkonferenzen.

Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet.

Gleichzeitig soll es neue Möglichkeiten zur Delegation geben. Hierfür wird ebenfalls zum 1. Juli das neue Kapitel 38 geschaffen.

Denn zur Stärkung der Heimversorgung soll auch beitragen, dass neben den Hausärzten künftig auch Vertragsärzte aus dem fachärztlichen Versorgungsbereich für die Delegation von Leistungen an qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) eine zusätzliche Honorierung erhalten.

KV muss Einsatz von NäPa genehmigen

Hierzu werden die bisherigen Kostenpauschalen Nrn. 40240 und 40260 für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern gestrichen und die Positionen 38100 und 38105 neu geschaffen, bei erhöhter Bewertung.

Der Einsatzbereich der NäPA ist allerdings von der KV zu genehmigen und auf Pflegeheime beschränkt. Neu ist auch, dass jetzt kleine Hausarztpraxen ebenfalls (extrabudgetär) vom Einsatz von NäPA profitieren können.

Die vereinbarten Vergütungen seien ein Einstieg, um die haus- und fachärztliche Betreuung von Patienten in Alten- und Pflegeheimen langfristig zu verbessern, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Die Förderung der kooperativen und koordinierten Versorgung in Pflegeheimen hat der Gesetzgeber im Hospiz- und Palliativgesetz vorgegeben.

Einen Überblick über alle neuen Ziffern im Zusammenhang mit der medizinischen Betreuung in Pflegeheimen finden Sie in unserer neuen App-Ausgabe, die am Sonntag um 18 Uhr erscheint. Ärzte können die App der "Ärzte Zeitung" kostenlos lesen.

[24.06.2016, 11:04:28]
Dr. Henning Fischer 
wieder mal komplette Augenwischerei

oder auch die bekannte Mohrrübe vor der Nase

Derzeit wird die Geriatrie in der KVWL nur zu 70% bezahlt! Also weiter 30% umsonst gearbeitet aber neue EBM-Ziffern?

Schwachsinn

 zum Beitrag »
[24.06.2016, 10:51:58]
Thomas Georg Schätzler 
Das Bild spricht Bände!
1. Wir dürfen rätseln, wer von beiden älter ist?
2. Neue EBM-Leistungen für die haus- und vertragsärztliche Betreuung in Pflegeheimen haben so lange gedauert, dass Patientin und Arzt um Jahrzehnte gealtert sind?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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