Ärzte Zeitung, 27.06.2016

GOÄ

Sprechende Medizin wichtiger Punkt auf PKV-Reformagenda

Das neue GOÄ-Konzept bringt eine deutliche Stärkung der sprechenden Medizin, sind sich die privaten Krankenversicherer einig.

BERLIN. Die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bleibt für die privaten Krankenversicherer (PKV) ein wichtiger Punkt auf der Reformagenda. Das hat der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue auf der Jahrestagung in Berlin gesagt.

Beide Seiten verhandelten weiter, berichtete er. "Wir sind aber Realisten genug, um zu erkennen, dass in dieser Legislaturperiode eine GOÄ-Novelle nicht mehr umgesetzt werden kann."

Laue hat die bisherige Arbeit von Vertretern der Ärzteschaft und der PKV verteidigt. Von allen Beteiligten sei sehr gute fachliche Arbeit geleistet worden, betonte er.

"Das bisher vereinbarte Gesamtpaket ist ein ausgewogener Kompromiss, der zwar auch der PKV einige schwierige Zugeständnisse abverlangt hat, der aber insgesamt einen fairen Interessenausgleich bringt."

Stärkung der sprechenden Medizin

Das gemeinsam mit der Bundesärztekammer und in Abstimmung mit Vertretern der Beihilfe entwickelte GOÄ-Konzept bringe eine deutliche Stärkung der sprechenden Medizin. "Es sichert den Patienten eine Versorgung auf dem modernsten Stand bei voller Therapiefreiheit der Ärzte", sagte Laue. Zudem erlaube das Konzept eine schnellstmögliche Integration künftiger medizinischer Innovationen.

"Angesichts der Komplexität mit zum Beispiel mehr als 4600 Leistungsbeschreibungen gibt es aktuell noch Klärungsbedarf", verwies er auf die Ablehnung des gemeinsamen Entwurfs durch die Ärzteschaft. "Wir sind uns mit der Bundesärztekammer einig, dass wir den Prozess der Entwicklung einer neuen GOÄ konstruktiv fortsetzen." Über die offenen Fragen werde man mit den Beteiligten reden, sie aber nicht öffentlich kommentieren, stellte Laue klar.

Die Verhandlungen laufen schon wieder. "Jede Woche sitzen wir irgendwo zusammen." Es bleibe das Ziel, dem Bundesgesundheitsministerium bis Ende des Jahres einen gemeinsamen Vorschlag zu unterbreiten.

Die GOÄ werde letztendlich nicht von den Ärzten oder der PKV erlassen, sondern vom Gesetz- und Verordnungsgeber.

"Wir setzen darauf, dass die politisch Handelnden in der Bundesregierung, im Bundestag und im Bundesrat ihrer Verantwortung gerecht werden und im Interesse aller Patienten in Deutschland diese Reform nicht blockieren", sagte Laue zur aktuellen Situation. (iss)

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