Ärzte Zeitung, 28.09.2016
 

Mammografie-Screening

Aufklärungsgespräch wird jetzt honoriert

Beim Brustkrebs-Screening haben Frauen Anspruch auf ein Aufklärungsgespräch vor der Mammografie. Das wird Ärzten jetzt auch mit einer eigenen Leistung im EBM honoriert.

Aufklärungsgespräch wird jetzt honoriert

Abrechnen können die Leistung der programmverantwortliche Arzt sowie von ihm beauftragte Ärzte des Mammografie-Screening-Programms.

© Mathias Ernert

BERLIN. Das ärztliche Aufklärungsgespräch vor der Mammografie wird zum 1. Oktober als eigene Leistung in den EBM mit der Nummer 01751 aufgenommen. Das hat der Bewertungsausschuss in seiner 382. Sitzung beschlossen.

Die Leistung können der programmverantwortliche Arzt sowie von ihm beauftragte Ärzte des Mammografie-Screening-Programms abrechnen, heißt es in dem Beschluss. Beauftragte Ärzte müssen allerdings berechtigt sein, mindestens eine der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01750 bis 01759 abzurechnen.

Gespräch von mindestens fünf Minuten

Damit steht die Leistung zumindest theoretisch auch Hausärzten offen, da sie die Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz im Rahmen des Mammografie-Screenings (GOP 01758) abrechnen dürfen. Ob gerade Hausärzte häufig für diese Leistung beauftragt werden, ist allerdings die Frage.

Die neue EBM-Nr. 01751 sieht einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt und ein Gespräch von mindestens fünf Minuten mit der Patientin vor. Dieses Gespräch muss vor der Röntgenuntersuchung beider Mammae (Mammografie, EBM-Nr. 01750) erfolgen und soll über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise des Früherkennungsprogramms informieren.

Berechnung maximal dreimal im Jahr

Findet das Gespräch am selben Tag wie die Mammografie statt, müssen jeweils die Uhrzeiten bei der Abrechnung angegeben werden, wie im Beschluss des Bewertungsausschusses vermerkt ist.

Die GOP 01751 ist je vollendete fünf Minuten mit 63 Punkten bewertet. Sie werde extrabudgetär vergütet, so die KBV. Sie könne je nach Aufklärungsbedarf der Patientin mehrfach, jedoch höchstens dreimal im Krankheitsfall (innerhalb eines Jahres) berechnet werden.

Die Erbringung der Leistung geht dabei mit jeweils fünf Minuten Kalkulations- und Prüfzeit auch ins Tages- sowie ins Quartalsprofil ein.

Verzichtserklärung wird dem Einladungsschreiben beigefügt

Außerdem wurde die GOP 01750 für die Mammografie angepasst: Bevor die Röntgenaufnahmen erstellt werden, muss künftig geprüft werden, ob eine ärztliche Aufklärung der Patientin erfolgt ist oder ob sie darauf verzichtet hat. Im Falle eines Verzichts muss die Patientin eine Erklärung unterschreiben und zum Termin mitbringen.

Diese Verzichtserklärung ist dem Einladungsschreiben beigefügt. Termine für das ärztliche Aufklärungsgespräch kann die Patientin direkt mit der sogenannten "Zentralen Stelle" vereinbaren, die die Einladung und Termine der Untersuchung koordiniert.

Auch das Einladungsschreiben ist angepasst worden, damit die Aufklärung mit berücksichtigt wird. Die Änderung im EBM geht zurück auf einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom vergangenen Oktober zur Krebsfrüherkennungs-Richtlinie. (ger)

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