Ärzte Zeitung, 03.11.2016
 

Praxis-EDV

Noch Luft nach oben bei Kosten und Support

Die Praxis-EDV ist neben dem Stethoskop das wichtigste Werkzeug für Vertragsärzte. Eine Umfrage belegt: Sie kommen gut mit ihren Systemen zurecht.

Von Marco Mrusek

Noch Luft nach oben bei Kosten und Support

Ärzte sind mit ihrer EDV-Software zufrieden.

© vschlichting / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Sehr gute und gute Noten rundherum für die Top Zwölf der Praxisverwaltungssysteme (PVS) – einzig die Kosten sind mitunter nur "befriedigend". Nachbesserungsbedarf sehen Ärzte außerdem beim regionalen Support der Hersteller.

Das geht aus der "Praxis-EDV-Zufriedenheitsbefragung 2015/2016" des auf Ärzte spezialisierten Beratungsunternehmen HCC Better Care aus Köln hervor.

Der Berater hatte 1227 standardisierte Fragebögen an niedergelassene Haus- und Fachärzte bei ärztlichen Fortbildungen und Seminaren zwischen Januar 2015 und Juni 2016 verteilt.

Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, der Abgleich der Fragebögen mit der aktuellen EDV-Installationsstatistik der KBV belegt aber eine nahezu deckungsgleiche Verteilung der ausgewerteten Fragebögen mit der Systemverteilung bei allen Vertragsärzten.

Zufriedene Ärzte

Dabei sind die Ärzte im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrem PVS. Im Durchschnitt vergeben sie – wie auch im Jahr zuvor – die Note 2,1. Spitzenreiter EL aus dem Hause Softland kommt sogar auf die Note 1,52, dicht gefolgt von Duria vom gleichnamigen Softwarehaus auf dem zweiten Platz und Medical Office (Indamed) mit 1,64 auf Platz drei.

Auch die hinteren Plätze sind bezüglich der Gesamtzufriedenheit gut bewertet, M1 auf dem zwölften Platz kommt auf die gute Note 2,51.

Interessant zu beobachten ist, dass die Softwarehäuser offenbar kontinuierlich an ihren Anwendungen arbeiten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden neun PVS dieses Jahr besser bewertet als 2015, die Top Sechs verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr durch die Bank um 0,2 Indexpunkte.

Dabei konnte der Zweitplatzierte des Jahres 2015, EL, an Duria vorbeiziehen und sich an die Spitze der Rangliste setzen.

Neun Programme mit "gut" bewertet

Zusammen mit Medical Office auf Platz drei wurden diese Anwendungen von den Ärzten auch am besten bezüglich der Weiterempfehlung bewertet: Duria, EL und Medical Office bekommen hier die Note "sehr gut", die restlichen neun Programme werden mit "gut" bewertet.

Auch beim Thema "Anwenderfreundlichkeit" zeichnen sich EL und Duria aus, sie bekommen als einzige die Note "sehr gut", die restlichen zehn Softwares die Note "gut".

Größter Verlierer im Vergleich zu 2015: Quincy von der Frey ADV GmbH. Der frühere vierte Platz findet sich 2016 mit der Note 2,37 (Vorjahr: 2,11) auf dem zehnten Platz der Gesamtzufriedenheit wieder.

Der vierte Platz bleibt jedoch bei Frey ADV und ihrem zweiten Programm S3. Quincys Abstieg um sechs Plätze aufgrund einer Verschlechterung um lediglich 0,2 Indexpunkte belegt aber auch, wie nah alle zwölf Anwendungen bereits am Praxisalltag sind.

Regionale Supports schlechter als Telefon-Hotlines

Schließlich bedeuten alle zwölf Bewertungen mindestens "gut". Doch wo ziehen die Befragten die Grenze zwischen guten und sehr guten EDV-Systemen? Besonders auffällig sind die Bewertungen des regionalen Supports. Dieser wird bei allen zwölf Anwendungen schlechter bewertet als die Telefon-Hotlines (Durchschnittsnoten 2,0 und 2,1).

Durchschnittlich bekommt der regionale Support die Note 2,4, bei den beiden Erstplatzierten Duria und EL liegt dieser immerhin eine halbe Note hinter den Hotlines (EL Hotline Erreichbarkeit 1,28, Beratungsqualität 1,31, regionaler Support 1,72. Duria Hotline Erreichbarkeit 1,45, Beratungsqualität 1,45, regionaler Support 1,94).

Zweiter Kritikpunkt: die Kosten der Anwendungen. Hier ergibt sich die größte Spanne zwischen Gesamtzufriedenheit (2,1) und durchschnittlicher Zufriedenheit mit den Kosten in der Anschaffung (2,5) und im Unterhalt (2,8). Seite 2

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »