Ärzte Zeitung online, 27.12.2016
 

Humangenetik

Bewertungsausschuss modifiziert Abrechnungsdetails

Ab 2017 kann im EBM unter anderem die neue GOP 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen abgerechnet werden.

BERLIN. Der Bewertungsausschuss hat im EBM einige Details zur Humangenetik angepasst. Sie betreffen nach Angaben der KBV unter anderem die Mutationssuchen sowie die Frist bis zur Vereinbarung einer Qualitätssicherungsvereinbarung für die humangenetischen Beurteilungsleistungen.

Unter anderem wurde klargestellt, dass "kleine" Mutationssuchen (GOP 11513, 19424 und 19453) nicht neben "großen" Mutationssuchen (GOP 11514, 19425 und 19454) abgerechnet werden dürfen. Der Grund sei, dass der Leistungsumfang der "kleinen" Mutationssuche in der "großen" Mutationssuche vollständig enthalten ist.

Zudem wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen zum 1. Januar 2017 neu in den EBM aufgenommen – und zwar in den Abschnitt 19.4.4 (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie). Die Leistung ist mit 518 Punkten bewertet und wird extrabudgetär vergütet.

GOP 32931 nur für molekulargenetischen Nachweis

Für die GOP 32931 (HLA-B27) wurde festgelegt, dass der Nachweis ab dem 1. Juli 2017 mittels molekulargenetischer Verfahren zu erfolgen hat. Bis dahin können Ärzte sie auch für den immunologischen Nachweis berechnen.

Die Bewertung der GOP 32937 (HLA-Typisierung) wird laut KBV zum 1. April 2017 von 150 Euro auf 115 Euro abgesenkt. Damit wird sie an die inhaltlich entsprechende GOP 32902 angeglichen.

Außerdem wurde die Frist für eine Qualitätssicherungsvereinbarung für die humangenetischen Beurteilungsleistungen (GOP 11235 und 11236) verlängert, da die Beratungen noch nicht abgeschlossen sind. Ärzte können die Gebührenordnungspositionen somit noch bis zum 1. Januar 2018 ohne eine Genehmigung abrechnen. (maw)

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