Ärzte Zeitung, 01.02.2017
 

Telemedizin

E-Health im EBM – ein echter Anreiz für Ärzte?

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Ärzte und Kassen arbeiten derzeit nach und nach die Vorgaben des E-Health-Gesetzes zur Übernahme telemedizinischer Leistungen ab. Sehr viel Enthusiasmus für die Möglichkeiten der Technik ist dabei nicht festzustellen.

Anders ist es kaum zu erklären, wenn der Medikationsplan als automatisch fälliger Zuschlag zur Chronikerpauschale honoriert wird – unabhängig davon, ob er erstellt wird oder nicht. Nicht besser sieht es bei der Förderung des E-Arztbriefes aus: Immer noch werden die alt-ehrwürdigen Faxe bei der Übermittlung von Arztbriefen besser bezahlt als online versendete Arztbriefe.

Mit derartigen Entscheidungen werden Ärzte mit Sicherheit nicht für die Digitalisierung begeistert. Kein Wunder, dass der E-Arztausweis, der für den E-Arztbrief gebraucht wird, weiterhin vor sich hindümpelt.

Die nächste Chance zur Förderung der Telemedizin ist die Videosprechstunde, die im Juli im EBM kommen soll. Der Beschlussentwurf, der jetzt durchgesickert ist, lässt keine Besserung der Lage erwarten, denn a priori eine Mengenbegrenzung festzulegen wäre sicher kein Anreiz, in die neue Technik zu investieren und sie etwa in der Heimversorgung häufig zu nutzen. Höhere Effizienz im Gesundheitswesen wird die Selbstverwaltung so nicht erreichen.

hauke.gerlof@springer.com

Lesen Sie dazu auch:
Videosprechstunde: Werden Ärzte ausgebremst?

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