Ärzte Zeitung online, 24.02.2017
 

Psychotherapie-Richtlinie

Wie die Sprechstunde künftig abgerechnet werden kann

Für die ambulante psychotherapeutische Versorgung ab 1. April stehen weitere Details fest. Diese betreffen vor allem neue Leistungen wie die Psychotherapeutische Sprechstunde sowie neue Formularen.

Wie die Sprechstunde künftig abgerechnet werden kann

Die neuen Regelungen zur Psychotherapie sollen praktikabel für die tägliche Arbeit in der Praxis sein.

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BERLIN. KBV und GKV-Spitzenverband haben gemeinsam an der Umsetzung der Psychotherapie-Richtlinie gearbeitet. In diesem Zusammenhang seien die Vereinbarungen zur Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung erneuert worden, heißt es in den KBV-Praxisnachrichten.

Ziel sei es gewesen, die neuen Regelungen zu konkretisieren und diese für die tägliche Arbeit so praktikabel und flexibel wie möglich zu gestalten. Die überarbeitete Vereinbarung gilt nun – wie auch die Richtlinie – ab dem 1. April 2017.

Nach der neuen Vereinbarung dürfen Therapeuten eine Psychotherapeutische Sprechstunde zur diagnostischen Abklärung bei Erwachsenen sechsmal im Krankheitsfall (= laufendes und die drei darauffolgenden Quartale) in Form von 25-minütigen Gesprächen durchführen. Bei Kindern- und Jugendlichen sind bis zu zehn Psychotherapeutische Sprechstunden pro Krankheitsfall möglich.

Für die Rezidivprophylaxe wurde nach KBV-Angaben festgelegt, dass diese bis zu zwei Jahre nach Abschluss der Langzeittherapie durchgeführt werden kann – mit Stunden des bewilligten Langzeittherapiekontingents. Voraussetzung hierfür ist, dass der Therapeut die Krankenkasse über den Abschluss der Psychotherapie informiert.

Die Vereinbarung regelt darüber hinaus, dass Therapeuten Testverfahren in einer Langzeittherapie künftig bis zu fünfmal, in einer Kurzzeittherapie wie bisher höchstens dreimal abrechnen können.

Zudem sei nun geregelt, dass Therapeuten für die neuen Leistungen der Psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung keine zusätzliche Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung benötigen, so die KBV. Und es sei nun klargestellt, dass jeder Arzt und Psychotherapeut, der eine Genehmigung zur Abrechnung von Richtlinienpsychotherapie hat, auch psychotherapeutische Sprechstunden anbieten müsse.

Etliche neue Formulare vorgesehen

Zugleich wurden sämtliche PTV-Formulare überarbeitet. So wird z.B. mit dem Formular PTV 2 (Angaben des Therapeuten zum Antrag des Patienten) ab April nicht nur eine Einzel- und Gruppentherapie, sondern auch eine Kombinationsbehandlung beantragt. Die Formulare PTV 6, 7 und 9 zur Leistungspflicht der Krankenkassen werden durch formlose Mitteilungen ersetzt, wie die KBV mitteilt.

Ebenso gibt es die Psychotherapeutische Sprechstunde neue Vordrucke: eine allgemeine Patienteninformation zum psychotherapeutischen Versorgungsangebot (PTV 10) sowie ein Formular für den Befundbericht (PTV 11). Für Akutbehandlungen gib es nun ein eigenes Formular PTV 12.

Als Übergangsregelung für laufende Psychotherapie verständigten sich KBV und GKV-Spitzenverband darauf, das für Behandlungen, die vor dem 1. April 2017 beantragt wurden, die alte Psychotherapie-Richtlinie und die alte Psychotherapie-Vereinbarung gelten.

Diese und weitere Informationen sind zu finden unter www.kbv.de/psychotherapie. Dort stehen auch alle Formulare zur Ansicht bereit, jeweils mit einer Ausfüllhilfe. (run)

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