Ärzte Zeitung online, 06.04.2017
 

Wirtschaftlichkeitsprüfung

Regionale Vereinbarungen sorgen für Verwirrung

Statt einer einheitlichen Regelung soll es nur noch regionale Prüfvereinbarungen zur Wirtschaftlichkeit von Verordnungen geben. Die bislang heterogene Umsetzung sorgt mitunter allerdings für Verunsicherung bei den Ärzten.

NEU-ISENBURG. Wirkstoffquoten statt Budgets: In der regionalen Verordnungssteuerung zeichnet sich ein Systemwechsel ab. Das war vom Gesetzgeber gewollt. Inzwischen sind in einigen KV-Bezirken die ungeliebten Richtgrößen abgeschafft und durch Wirkstoffquoten und Leitsubstanzziele ersetzt worden. Als erste KV hat das konsequent Bayern umgesetzt und Richtgrößen durch Arztgruppenspezifische Generika- und Leistsubstanzziele ersetzt.

Kritiker geben allerdings zu bedenken, dass auch die neue Listen-Medizin an der einen oder anderen Stelle übers Ziel hinauszuschießen droht. Das sei insbesondere dort der Fall, wo die neuen Regeln zur Wirtschaftlichkeitsprüfung auf den engen Wirkstoffvorgaben des KBV-Medikationskatalogs aufsetzen.

Der Düsseldorfer Medizinrechtler Dr. Christian Stallberg hat dazu eigens ein Rechtsgutachten verfasst. Eine seiner Kernthesen: Es würde dem Wirtschaftlichkeitsgebot widersprechen, wenn eine quotenbeozogene Wirtschaftlichkeitsprüfung dazu führte, dass ein wirtschaftliches, aber quotenabweichendes Verordnungsverhalten einer Prüfung unterzogen würde. (cw)

Lesen Sie später mehr zum Rechtsgutachten und über den Stand der Dinge in Sachen Ablösung der Richtgrößen in den einzelnen KVen.

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